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Ehemaliger Kurhaus-Pächter will 10'000 Franken für Weissenstein-Homepage

Die Webseite hätte grosses Potenzial für die Vermarktung der Region: Doch der Preis, den die früheren Kurhaus-Pächter für www.weissenstein.ch fordern, ist hoch: 10'000 Franken verlangen sie für die Internetadresse.

Lucien Fluri
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Ist diese Adresse 10 000 Franken wert? Für weniger wollen sie die Besitzer jedenfalls nicht hergeben.

Ist diese Adresse 10 000 Franken wert? Für weniger wollen sie die Besitzer jedenfalls nicht hergeben.

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Es dürfte die touristisch interessanteste Website der Region sein: www.weissenstein.ch. Doch wer die Site besucht, findet keine Informationen zum Berg. Nur Hinterlassenschaften der früheren Kurhaus-Pächter erscheinen: «Herzlich willkommen in der Region Weissenstein. Seit 7. Januar 2012 führen Brigit Leicht und Heinz Blattmann das Schloss Münchenwiler», steht auf der verwaisten Homepage. Die ehemaligen Pächter haben den Berg zwar im November 2010 verlassen. Die Website behielten sie aber – und möchten nun Geld dafür.

Tourismusdirektor Jürgen Hofer weiss um den Symbolwert der Internetadresse. Er hat deshalb bei den ehemaligen Pächtern sein Interesse bekundet. «Auf meinem Tisch liegt eine Offerte», sagt Hofer. «Aber die Preisvorstellungen sind jenseits.» Konkret ist man ab 10 000 Franken dabei, wie Brigit Leicht auf Anfrage preisgibt. Für übertrieben hält die Gastronomin den geforderten Betrag nicht.

«Die Idee ist schliesslich auch etwas wert.» Die ehemaligen Pächter haben die Domain überhaupt erst aktiviert. Bevor sie das Kurhaus übernommen haben, war niemand auf den Gedanken gekommen. – Und nicht nur hier waren Solothurner Touristiker in der Vergangenheit nicht besonders vorausschauend: Auch der Grenchner Hausberg befindet sich nicht in der Hand der Touristiker. www.grenchenberg.ch hat zwar touristische Inhalte, gehört aber einem Werbebüro.

Auch Regiobank wollte die Adresse

Beim Weissenstein ist Jürgen Hofer nicht der einzige, der sich für die Internetadresse interessiert hat: Man habe ebenfalls Gespräche geführt, erklärt Felix Leuenberger, VR-Präsident der Kurhaus-Besitzerin Regiobank. «Wir verstehen nicht, dass die Adresse nicht weitergegeben wurde». Auch bei der Regiobank scheiterten die Verhandlungen.

Ist die fehlende Homepage ein Nachteil für die neuen Pächter? Gastrofachmann Hansueli Schläppi, der das Kurhaus im Auftrag der Regiobank nun verkaufen soll, relativiert: Über Google sei das Kurhaus schnell auffindbar. Und er nimmt an, die neue Pächterin unter ihrer Dachmarke «Hüttenzauber» so gut vernetzt sei, dass deren Homepage schnell unter den Toptreffern bei Google auftauchen werde.

Besteht dann für die Verkäufer die Gefahr, dass die Adresse plötzlich wertlos wird, wenn sich alle anderen Anbieter auf dem Berg anderweitige Homepages gesucht haben? Brigit Leicht glaubt nicht, dass die Adresse an Wert verliert. «Wenn der Weissenstein wieder Schwung aufnimmt, könnte der Domainname wieder interessanter werden.» Leicht kann sich auch vorstellen, dass sich mehrere Anbieter wie das Kurhaus, die Tourismusorganisation und die Seilbahn zusammentun. Dann bleibe der Betrag pro Institution gering.