Raiffeisen Weissenstein
Durchzogene Bilanz im ersten Jahr nach der Fusion

Die neu formierte Raiffeisenbank Weissenstein ist gewachsen, aber nicht überall. Die Kundengelder nahmen zu, aber das Hypothekengeschäft stagnierte und die Erträge gingen zurück.

Franz Schaible
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Raiffeisenbank Weissenstein mit soliden, aber nicht berauschenden Zahlen. AZ/Archiv

Raiffeisenbank Weissenstein mit soliden, aber nicht berauschenden Zahlen. AZ/Archiv

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Rückwirkend auf Anfang 2016 haben sich im vergangenen Jahr die drei Raiffeisenbanken Solothurn, Wandflue und Weissenstein zur neuen Raiffeisenbank Weissenbank zusammengeschlossen. Dadurch ist die grösste Bank-Genossenschaft im Kanton Solothurn entstanden. «Die Grossfusion ist gut über die Bühne gegangen», erklärt Bank-Chef Tony Broghammer. Man habe den Zusammenschluss sehr gut vorbereitet und technisch während eines einzigen Wochenendes umgesetzt.

Versicherer als Konkurrenz

Die Bilanzsumme ist um 4,3 Prozent auf 1,65 Milliarden Franken gestiegen. Dabei seien die Kundengelder in ähnlichem Rahmen gewachsen. «Der Neugeldzufluss von 57 Millionen Franken ist ein Vertrauensbeweis», sagt Broghammer. Auf der anderen Seite stockt das Hypothekengeschäft.

Deren Bestand nahm nur um 1,2 Prozent zu. Die im Verband Solothurner Raiffeisenbanken zusammengeschlossenen Institute wiesen ein Plus von fast 3 Prozent aus. Broghammer begründet das kleinere Wachstum mit einem besonderen Effekt. Der Abschluss neuer Hypotheken sei zwar zufriedenstellend gewesen, aber die Bank sei auch mit Ablösungen von Hypotheken an Versicherer und Pensionskassen konfrontiert gewesen. «Die waren einfach günstiger.»

Daher konnte die Bank den rückläufigen Zinserfolg – der weitaus wichtigste Ertragspfeiler – nicht mit dem höheren Geschäftsvolumen kompensieren. Der Erfolg sank um 2,3 Prozent. «Der Margendruck im Hypothekargeschäft ist der Hauptgrund dafür», erklärt der Bankchef. Die Zinsmarge sank von 1,28 auf 1,21 Prozent.

Sie werde weiter sinken, denn der durchschnittliche Zinssatz der auslaufenden Hypotheken sei höher als jener der Neuhypotheken. Bei praktisch gleichbleibenden Kosten resultierte unter dem Strich ein um 10 Prozent tieferer Bruttogewinn. Diese Tendenz werde, solange die Zinsen auf dem Tiefstniveau verharren, vorerst weitergehen. «Aber wir können das verkraften», so Broghammer.

Weniger Genossenschafter

Zu einem Aderlass kam es bei der Zahl der Genossenschafter. Zwar nahm das Genossenschaftskapital primär durch die Erhöhung des Stammanteils bei den beiden ehemaligen Raiffeisenbanken Solothurn und Weissenstein von bisher 200 auf 500 Franken um 40 Prozent zu. Gleichzeitig aber ist die Zahl der Genossenschafter um rund 2000 auf 17 670 gesunken.

Das sei aber nicht gleichbedeutend mit 2000 weniger Kunden, hält Broghammer fest. Denn die Mehrheit der ehemaligen Genossenschafter, welche den Aufpreis von 300 Franken für den neuen Stammanteil nicht bezahlen wollten, gehöre weiterhin zur Kundschaft.

Wie im Vorfeld der Fusionen versprochen, habe es aufgrund des Zusammenschlusses keine Kündigungen gegeben. Der Personalbestand der drei fusionierten Raiffeisenbanken sei, umgerechnet auf Vollzeitstellen, sogar leicht gestiegen.

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