Obergericht
Drogenhändler kassiert sieben Jahre Gefängnis

Das Solothurner Obergericht zeigt keine Nachsicht mit einem 41-jährigen Nigerianer: Wegen gewerbsmässig betriebenen Handels mit Kokain wurde Tom U.* schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt.

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Für das Obergericht war Tom U. in der Solothurner Drogenszene ein grösserer Fisch (Symbolbild)

Für das Obergericht war Tom U. in der Solothurner Drogenszene ein grösserer Fisch (Symbolbild)

Keystone

Damit wurde das Urteil des Amtsgerichts Solothurn-Lebern praktisch auf der ganzen Linie bestätigt. In einzelnen Fällen gingen die Oberrichter aber von kleineren Handelsmengen aus und in einem Punkt erkannten sie im Zweifel für den Angeklagten auf einen Freispruch. Deshalb fiel die Strafdauer um immerhin ein Jahr kürzer aus als in der ersten Instanz. Der Staatsanwalt hatte in seiner Anschlussberufung gar einen Freiheitsentzug von achteinhalb Jahren gefordert.

Auch für das Obergericht ist es erwiesen, dass Tom U. in der Solothurner Drogenszene ein grösserer Fisch war - und nicht nur ein kleines Würstchen, als das sein Pflichtverteidiger ihn am Mittwoch in der Berufungsverhandlung dargestellt hatte. Der Nigerianer habe in der Zeit zwischen 2001 bis zu seiner Verhaftung im August 2008 gewerbsmässig mit Drogen gedealt, befanden die Oberrichter unter Vorsitz von Daniel Kiefer. Sie gehen von einer Menge von über 8,5 Kilogramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 32 Prozent aus, was einem Umsatz von 513 000 Franken entspricht.

Dies seien «doch erhebliche Mengen und Summen», erläutert Gerichtsschreiberin Ursulina Lupi auf Anfrage. Tom U. sei zwar «nicht der grosse Dealer, der aus dem Hintergrund operiert, aber er ist klar professionell vorgegangen». Belegt werde dies unter anderem mit einer ganzen Anzahl beschlagnahmter Handys und der Tatsache, dass Tom U. gemäss Angaben seiner Kundschaft stets zuverlässig Stoff von bester Qualität habe anbieten können.

Verteidigung abgeblitzt

Der Pflichtverteidiger hatte geltend gemacht, dass die Anklageschrift bezüglich Zeitraum, Örtlichkeiten und Verkaufsmenge unpräzis formuliert und damit ungenügend sei. Sein Mandant habe keineswegs professionell und gewerbsmässig Kokain verkauft sondern nur gelegentlich. Deshalb sei er zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu verurteilen. Weil er aber bereits fast vier Jahre in Haft sei, müsse ihm eine finanzielle Genugtuung «nach Ermessen des Gerichts» ausbezahlt werden. (ums)

*Name von der Redaktion geändert