Niederbipp
Dreister Bienendiebstahl: Geplant oder nur ein Streich?

Von Bienendiebstahl hört man selten und doch kommt es gelegentlich vor. Wie schon Ende März im Kanton Aargau wurden nun auch am Montag in Niederbipp Bienenvölker gestohlen. Rund 5'000 Franken haben diese Wert. Die glückliche Kehrtwende kam dann aber schnell. Die gestohlenen Bienenvölker konnten ausfindig und seinem Besitzer zurückgebracht werden. Von den Tätern fehlt aber bisher jede Spur.

Drucken
Teilen
Rund 1000 Bienenarten leben in Mitteleuropa.

Rund 1000 Bienenarten leben in Mitteleuropa.

iStock

Hobbyimker Markus Probst staunte nicht schlecht, als er seine Bienenstöcke am Montag nicht wie gewohnt vorfand. Tatsächlich haben Unbekannte die Bienenstöcke, Gesamtwert von rund 5'000 Franken, über Nacht gestohlen. Insgesamt seien an zwei Standorten jeweils zwei Bienenstöcke gestohlen worden, erklärt Markus Probst gegenüber Tele M1. «Ich muss jetzt alles nach Hause nehmen und es nächstes Jahr wieder probieren. Dann klappt es ja vielleicht besser», erzählt der Hobbyimker sichtlich betrübt. In rund zwei Wochen hätten 40 Kilogramm Honig pro Kasten geerntet werden können. Markus Probst ist sich eines sicher: «Ein Lausbubenstreich war das ganz sicher nicht. In der Regel habe man grossen Respekt vor Bienen, wenn nicht gar Angst. Die Leute, die sich mit Bienen nicht auskennen, nähern sich solchen Bienenstöcken erst gar nicht. Es muss jemand gewesen sein, der mit Bienen vertraut ist.»

Schon Ende März wurden in Muri, Kanton Aargau, ein Dutzend Bienenstöcke gestohlen. Vizepräsident des Bienenzüchtervereins Gäu, Franz Berger, erklärte gegenüber Tele M1, dass vor allem im süddeutschen Raum Bienendiebstähle häufig vorkommen. In der Gäu-Region höre man weniger häufig von solchen Vorfällen. «Ich bin der Meinung, dass die Diebstähle eventuell von anderen Imker begangen worden sind, die im Winter zu viele Bienen verloren haben. So kommen sie zu neuen Bienen», so Franz Berger.

Dann die gute Nachricht. Jeanette Rebmann, Badmeisterin, entdeckte die gestohlenen Bienenstöcke auf ihrem täglichen Spaziergang mit den Hunden. Am Waldrand ausserhalb von Huttwil standen die Bienenstöcke direkt neben einer befahrenen Strasse. Bedingt durch ihren Job als Badmeisterin, habe sie einen ausgeprägten Beobachtungssinn, erklärt sie gegenüber Tele M1. «Da kannst du gehen wohin du willst, du kannst in die Ferien gehen wo du willst. Du bist immer am aufpassen und am schauen. Nicht, dass ich Leute verdächtige. Aber mein Beobachtungssinn ist wahrscheinlich ein bisschen ausgeprägter als bei anderen Leuten», erklärt Rebmann schmunzelnd. Am Abend dann findet Jeanette Rebmann auf Facebook den Aufruf zu den gestohlenen Bienenstöcken und kommentiert ihn sogleich mit ihrer Entdeckung im Wald. Dank ihr gelingt es dann die Bienenstöcke am selben Abend wieder zu ihrem rechtmässigen Besitzer zurückzubringen. Dass ausgerechnet ihr Tipp die gestohlenen Bienen wieder zurückgebracht hat, freut Rebmann sehr: «Da habe ich mega Freude gehabt, das hat mich richtig glücklich gemacht, dass diese Beieli wieder zum Besitzer zurückgekommen sind.»

Ganz aufgeklärt ist der Fall aber noch nicht. Von den Tätern fehlt nach wie vor jede Spur.