Die erste Instanz hatte im Mai 2012 einen damals 35-jährigen ehemaligen Spitzensportler, einen 27-jährigen ungelernten Koch und eine 51-jährige Frau des mehrfachen Mordes sowie weiterer Delikte schuldig gesprochen.

Die beiden geständigen Männer sowie die Drahtzieherin wurden je zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Frau erwirkte später, dass sie vor der Verhandlung vor dem Obergericht wieder aus der Sicherheitshaft entlassen wird.

Urteile werden teilweise oder ganz angefochten

Die drei Angeklagten fechten vor Obergericht die erstinstanzlichen Urteile teilweise oder ganz an. Der ehemalige Spitzensportler verlangt vor dem Obergericht eine Reduktion des Strafmasses.

Der ungelernte Koch fordert von der zweiten Instanz einen Freispruch in einem Nebenanklagepunkt sowie eine entsprechende Reduktion der Strafe. Die verurteilte Frau akzeptierte die rechtliche Würdigung des Amtsgerichtes nicht und macht einen anderen Sachtverhalt geltend.

Reiche Beute erhofft

Der Dreifachmord von Grenchen hatte sich im Juni 2009 ereignet. Ein 60-jähriger Mann wurde mit einem Kopfschuss niedergestreckt. Seine 55-jährige Frau und die 35-jährige Tochter wurden mit Plastiksäcken erstickt.

Die drei Verurteilten erhofften sich bei der in Schenkkreise verwickelten Familie in Grenchen fette Beute. Alle drei Täter hatten sich selber an Schenkkreisen beteiligt. Sie fanden bei der Familie jedoch lediglich 5000 Franken, 600 Euro, Modeschmuck und vier Uhren.

Zeuge nachträglich aufgetaucht

Eine vorgängige Einvernahme eines erst nach dem ersten Urteil aufgetauchten Zeugens, die für den 24. Oktober angesetzt war, wurde inzwischen abgesagt, wie eine Sprecherin des Obergerichts auf Anfrage sagte. Über den Grund konnte die Sprecherin aus Persönlichkeitsschutz keine weiteren Angaben machen.

Es sei möglich, dass dieser nachträglich aufgetauchte Zeuge im Rahmen der Verhandlungen vor Obergericht befragt werden kann. Dies erfordere aber einen Antrag von Seiten der Anklage oder der Verteidigung.