Es verätzt die Schleimhäute und ist ab einer gewissen Menge tödlich: Trotzdem setzten die Badis Messen, Grenchen und Zuchwil diese Saison noch immer Chlorgas zur Desinfektion des Wassers ein. Und am Samstag kam es zum dritten Zwischenfall in fünf Jahren: In der Grenchen Badi trat erneut eine geringe Menge Gas aus. Bereits 2010 gab es einen Alarm in Grenchen, 2008 war im Gerlafinger Eichholz Gas ausgetreten.

Dass in allen Fällen nichts passiert ist, liegt an den hohen Sicherheitsstandards, auf die der Kanton drängt: Eine Alarmanlage überwacht die luftdicht abgeschlossenen Räume. Eine Sprinkleranlage bindet austretendes Chlorgas sofort. Auch in Grenchen, wo offenbar ein defektes Ventil den Alarm auslöste, funktionierten die Sicherheitsvorkehrungen.

Kanton drängt auf Umstellung

Jetzt sind die Zeiten der Chlorgas-Anlagen allerdings endgültig gezählt - auch auf Drängen des Kantons. Noch diesen Herbst will das Schwimmbad Messen über den Ersatz seiner Chlorgasanlage entscheiden. Bereits vor dem Zwischenfall hat man in Grenchen beschlossen, die Anlage auf 2014 hin zu ersetzen.

In Zuchwil dauert die Chlorgas-Ära noch etwas länger. Bis zum 30. April 2016 muss das Sportzentrum die Chlorgasanlage, die mitten im Publikumsbetrieb liegt, zwingend ersetzen. Das schreibt eine kantonale Verfügung vor. Der Ersatz der Anlage stehe bereits im Finanzplan, sagt Zuchwils Bauverwalter Peter Baumann.

Erleichterung in Gerlafingen

Vor zwei Jahren hat das Schwimmbad Eichholz in Gerlafingen seine Chlorgasanlage auf eine weniger gefährliche Alternative umgerüstet. Für Chefbadmeister Roland Wälchli eine grosse Erleichterung. «Wir müssen jetzt nicht mehr zittern. Eine riesige Gefahrenquelle ist weg.» Balsthal, Mühledorf und Solothurn haben schon länger auf weniger gefährliche Alternativen umgestellt.