Gebäudeversicherung

Drei Frauen hinterlassen bei der SGV Spuren

Burglind-Sturmschäden in der Region Olten, am 4, Januar 2018

Burglind-Sturmschäden in der Region Olten, am 4, Januar 2018

Burglind, Evi und Friederike: Diese drei Frauen – beziehungsweise die Stürme mit diesen Namen – kosten die Solothurnische Gebäudeversicherung im Geschäftsjahr 2018 stolze 17 Mio. Franken und führen zu einem Defizit von 5 Mio.

Der Elementarschadenverlauf im Geschäftsjahr 2018 der SGV liegt «signifikant über dem langjährigen Durchschnitt», heisst es im soeben publizierten Geschäftsbericht. Die gesamte Schadensumme für total 8292 Elementarschadenereignisse wird mit 24,3 Mio. Franken beziffert.

Allein die Stürme Burglind, Evi und Friederike, die zu Beginn des letzten Jahres innert kurzer Zeit gewütet hatten, schlugen mit einer Schadensumme von rund 17 Mio. Franken zu Buche. Für 2018 budgetiert gewesen waren Elementarschäden von lediglich 8 Mio. Franken. Im Jahr 2017 hatten die Elementarschäden «nur» 6,2 Mio. Franken betragen. «Glücklicherweise gibt es keine Personenschäden zu beklagen», heisst es im Jahresbericht mit Blick auf die Sturmereignisse.

Zwei grosse Brandfälle – sieben Todesopfer

Trotz zwei aufsehenerregenden Grossereignissen fielen die Brandschadenzahlen 2018 mit 10,1 Mio. Franken für insgesamt 420 Brandschäden unterdurchschnittlich und um einen Drittel tiefer als budgetiert aus. Im 2017 hatte die Brandschadensumme 11,1 Mio. Franken betragen.
Im Jahresbericht wird auf den Brand der Alten Holzbrücke in Olten (Baujahr 1295) hingewiesen, besonders aber auf das tragische Brandereignis in Solothurn von Ende letzten Jahres, das sieben Todesopfer gefordert hat. Da die SGV eine reine Infrastrukturversicherung ist, musste sie in letzterem Fall allerdings «nur» für die Gebäudebrandschäden aufkommen.

Neben den hohen Elementarschäden hat aber auch das unerfreuliche Börsenjahr 2018 zu roten Zahlen geführt: «Die SGV muss einen Verlust aus Kapitalanlagen vor Auflösung der Reserven von 14,4 Mio. Franken verzeichnen und schliesst das Jahr mit einem Jahresverlust von 5 Mio. Franken», heisst es in der Medienmitteilung zum Geschäftsbericht. Im Vorjahr hatte ein Jahresgewinn von 18 Mio. Franken ausgewiesen werden können.

Schadenverlauf und Börse 2019 bisher «erfreulich»

Mit Blick auf das laufende Jahr geben sich die SGV-Verantwortlichen ausgesprochen optimistisch: «Das erste Halbjahr 2019 verlief versicherungsseitig wie auch bezüglich der Kapitalanlage sehr erfreulich», heisst es dazu. Und: «Wir sind sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, den Verlust aus dem Vorjahr zu kompensieren.

Dass sich das Brandschadenvolumen in Grenzen hält, schreibt die SGV nicht zuletzt den seit Jahren laufenden Präventionsbemühungen und der kontinuierlichen Ausbildung der Feuerwehren zu. Für 2018 werden im Geschäftsbericht Aufwendungen von 17,2 Mio. Franken ausgewiesen. «Prävention und Intervention sind eine sichere Investition in die Vermeidung und Verminderung von Schäden», heisst es zum Aufwand in den Bereichen Brandschutz, Festlegung und Kontrolle von Brandschutzmassnahmen sowie Beratung für Bauherren und Baufachleute.

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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