Baubewilligung
Drei Einsprachen gegen Um- und Neubau des Kurhauses Weissenstein eingereicht

Die Baubewilligung für das Kurhaus Weissenstein dürfte sich weiterhin verzögern: Gegen den Um- und Neubau wurden drei Einsprachen eingereicht.

Urs Mathys
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So soll es aussehen: Der Anbau am Kurhaus Weissenstein.

So soll es aussehen: Der Anbau am Kurhaus Weissenstein.

Visualisierung zvg

Die Baubewilligung für den Um- und Neubau auf dem Solothurner Hausberg Weissenstein lässt wohl länger auf sich warten als geplant: Am Freitag ist die zweiwöchige Einsprachefrist abgelaufen – bis heute Montag sind drei Einsprachen gegen das Projekt eingegangen, wie beim Bau- und Justizdepartement (BJD) zu erfahren war.

Eine Einsprache stammt vom Verkehrsclub der Schweiz Sektion Solothurn, VCS. Der Verwaltungsrat der Hotel Weissenstein AG nimmt den Eingang der Einsprachen mit Bedauern zur Kenntnis. „Wir können und wollen zu den Einsprachen nichts sagen, bis wir über den materiellen Inhalt Kenntnis haben und die Konsequenzen daraus abschätzbar sind“, heisst es auf Anfrage bei der Bauherrschaft.

Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein – Bilder vom Februar 2015
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Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein
Die Wand bröckelt
Blick in eines der Zimmer
Ein altes Rezeptions-Schild
Dieser Sicherungskasten hat auch schon bessere Zeiten gesehen.
Dieses Zimmer wird als Abstellraum benutzt

Der marode Ostteil des Kurhaus Weissenstein – Bilder vom Februar 2015

Hansjörg Sahli

Spatenstich im August vorgesehen

Je nach Inhalt und Gewicht der Einsprachen könnte sich der Fahrplan der ambitionierten Um- und Neubauarbeiten auf dem Solothurner Hausberg – die Rede ist von Investitionen von rund 20 Mio. Franken – weiter verzögern. Dabei hatte die Hotel Weissenstein AG gehofft, noch im August zum Spatenstich schreiten zu können.

Im März 2016 werden die neuen Pläne fürs Kurhaus Weissenstein vorgestellt. So soll das Kurhaus aussehen.
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Die Besitzer möchten neben dem Osttrakt des historischen Gebäudes ein Selbstbedienungsrestaurant und einen Glaskubus für Grossanlässe bauen.
An den Ostflügel wird ein gläserner Neubau mit Selbstbedienungsrestaurant und Saal für 800 Personen angebaut. Dafür wird der bisherige Anbau abgerissen.
Tom Umiker informiert über die neuen Pläne.
Dem Kurhaus soll zu neuem Glanz verholfen werden.
Urs Hoffmann, Arabelle und Tom Umiker sowie Hansueli Schläppi mit dem Modell des neuen Kurhaus Weissenstein.
Der Erlebnisspielplatz wird vor allem Familien anziehen.

Im März 2016 werden die neuen Pläne fürs Kurhaus Weissenstein vorgestellt. So soll das Kurhaus aussehen.

zvg

Hinter der Hotel Weissenstein AG stehen das Davoser Hotelier-Ehepaar Tom und Arabelle Umiker sowie der Bauunternehmer Urs Hoffmann (Baulink AG). Sie hatten die traditionsreichen Liegenschaften im Frühjahr 2015 der Regiobank Solothurn abgekauft und schon damals den Willen bekundet, möglichst schnell Nägel mit Köpfen zu machen.

Der VCS verlangt «Klarheit»

Es geht um einen Klärungsbedarf -- eigentlich eine kleine Sache», beschwichtigt Fabian Müller. «Wir wollen einfach wissen, was ist Fakt», sagt der Präsident des Verkehrs-Club der Schweiz, Sektion Solothurn. Konkret geht es um das «Fassungsvermögen» des neuen Glaskubus, der auf der Ostseite des Kurhauses angebaut werden soll.

Dem VCS sei aufgefallen, dass beim Notfallkonzept, das die Bauherrschaft im letzten Jahr hatte vorlegen müssen, von 500 Plätzen in dieser neuen «Trinkhalle» ausgegangen sei, nun sei in der Projekteingabe von über 1000 die Rede. Das müsse geklärt werden, deshalb die «nur vorsorgliche Einsprache», so Müller. Denn: «Der VCS ist selbstverständlich nicht grundsätzlicher Gegner des Um- und Neubaus auf dem Weissenstein. (ums.)

Inzwischen wurden tatsächlich etliche Hürden – Klärung der Parkplatzfrage, Erarbeitung eines Notfallkonzeptes für Grossanlässe, Anpassung des Zonen- und Gestaltungsplans Weissenstein – Schritt um Schritt genommen.

Von Anfang an wurde versucht, alle am Hausberg interessierten Kreise mit ins Boot zu holen und so mögliche Stolpersteine rechtzeitig aus dem Weg zu räumen. Dass nun dennoch Einsprachen – darunter eine des in die Diskussionen eingebundenen VCS -- eingegangen sind, dürfte die Bauherrschaft deshalb auf dem falschen Fuss erwischt haben.

Mehr Betten und Glas-Anbau

Das Um- und Neubauprojekt sieht die Totalsanierung des historischen Kurhauses (unter anderem mit einer Erweiterung des Bettenangebotes) vor. Zusätzlich soll am Ostflügel ein neuer multifunktionaler Glaskubus angebaut werden, der auch die Durchführung grösserer Anlässe mit 500 und mehr Gästen erlaubt und ebenso einen Selbstbedienungsbereich beinhalten soll.

Schon früher wurde kommuniziert, dass beim Kurhaus ein neuer naturnaher Kinderspielplatz eingerichtet werden soll, der im Wesentlichen vom Kulturprozent der Migros Aare finanziert wird.