In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2017 sei er zufällig in Egerkingen gelandet, weil er mit dem Zug von Zürich kommend als Schwarzfahrer unterwegs gewesen sei, erklärte Kalman Z.* vor Amtsgericht Thal-Gäu.

Ein Zugbegleiter der SBB habe ihn zum Aussteigen aufgefordert. Um Geld für die Weiterfahrt ins deutsche Freibug aufzutreiben, habe er in der Folge im Dorf nach Objekten Ausschau gehalten, in welchen es möglicherweise Gegenstände haben könnte, die er zu Geld machen könne, so der 34-jährige Angeklagte.

«Nur» in Garage eingebrochen

Staatsanwältin Melanie Wasem sprach von drei nahe zusammen liegenden Einfamilienhäusern, welche der Angeklagte in dieser Nacht heimgesucht haben soll. Dieser gab indessen nur jenen Fall zu, bei dem seine DNA nachgewiesen werden konnte; die zwei anderen bestritt er.

Ohne Umschweife bestätigte er auf Nachfrage von Amtsgerichtspräsident Guido Walser, in die Garage dieses Einfamilienhauses eingebrochen zu sein. Bewerkstelligt habe er dies, in dem er durch das vorher mit einem Werkzeug aufgebrochene Fenster eingestiegen sei.

Danach habe er die Garage und das darin stehende Auto durchsucht. Verwertbares habe er aber nicht gefunden und das Objekt deshalb wieder verlassen. Von der Garage weiter ins Wohnhaus vorzudringen habe er nie in Erwägungen gezogen. Er wisse aus Erfahrung, dass dies weitaus höhere Strafen zur Folge hätte, so der Angeklagte.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass Kalman Z. seit 2006 vornehmlich wegen Diebstählen und Vermögensdelikten mehrere Jahre in deutschen und österreichischen Gefängnissen verbrachte. Zuletzt wurde er 2011 in Deutschland wegen schwerem Einbruch zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Der klein gewachsene Angeklagte, der seit dem 22. Februar 2018 im Untersuchungsgefängnis Solothurn im vorzeitigen Strafvollzug befindet, erklärte denn auch, dass er kein Engel sei. Nun sei er aber an einem Punkt angelangt, um sein Leben in neue Bahnen zu lenken.

Zwei Einbrüche sind bestritten

Bei der Erörterung des zweiten ihm zur Last gelegten Einbruchs in der erwähnten Nacht in Egerkingen, beteuerte Kalman Z. seine Unschuld, obwohl er um 03.44 Uhr von einer Videokamera gefilmt worden war. Der Angeklagte soll das Zylinderschloss an der Tür beschädigt haben, was aber auf der Videoaufzeichnung nicht zu sehen ist.

Er habe bei diesem Haus lediglich ein Werkzeug gesucht, um beim vorgängig erwähnten Haus in die Garage zu kommen. Ein Solches habe er auch gefunden, meinte Kalman Z. auf den Sachverhalt angesprochen.

Gänzlich bestritten wurde vom Angeklagten, in jener Nacht in ein drittes Einfamilienhaus eingedrungen zu sein. Aus dem unverschlossenen Haus soll Kalman Z. gemäss Anklageschrift ein Fahrrad und zwei Laptops im Gesamtwert von knapp 3000 Franken entwendet haben.

Er sei nie in diesem Haus gewesen, versicherte der Angeklagte auf Nachfrage des Vorsitzenden. Staatsanwältin Melanie Wasem zeigte sich hingegen überzeugt, dass Kalman Z. diese Tat nicht nur begangen hat, sondern das Velo auch benutzte, um mit diesem auf dem 32 Kilometer langen Veloweg nach Kaiseraugst zu gelangen.

Dort wurde der Angeklagte am 18. Dezember 2017 von der Polizei verhaftet, nachdem er bei einem Einfamilienhaus versucht hatte, in eine Garagenbox einzudringen. Dabei sei beim Angeklagten auch ein Velo gefunden worden, so die Staatsanwältin. Kalman Z. gab zu, über die unverschlossene Tür ins Innere der Garagenbox gelangt zu sein, um dort wie vorher in Egerkingen nach Gegenständen zu suchen, um diese danach zu Geld zu machen. Nach dem Auftauchen des Besitzers sei er geflüchtet.

«Notorischer Berufskrimineller»

Staatsanwältin Melanie Wasem stellte den Antrag, den Angeklagten wegen gewerbemässigem Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfacher, teilweise versuchter Sachbeschädigung zu einer Gefängnisstrafe von 26 Monaten unbedingt und zu einem Landesverweis von zehn Jahren zu verurteilen.

Kalman Z. sei ein klassischer Kriminaltourist und ein notorischer Berufskrimineller, meinte Wasem mit Verweis auf das Vorstrafenregister, sowie auf die vier Einbrüche innerhalb von sechs Tagen im aktuellen Fall. Zudem zeige er keine Reue. Es sei nur dem Zufall zu verdanken, dass Kalman Z. keine grössere Beute gemacht habe und es zu keiner Konfrontation mit den Hausbewohnern gekommen sei.

Verteidiger Severin Bellwald verwies darauf, dass es keine schlüssigen Beweise gebe, dass sein Mandant in Egerkingen auch in die anderen zwei Einfamilienhäuser eingebrochen sei. Somit könne auch nicht von gewerbsmässigem Diebstahl gesprochen werden. Aus seiner Sicht sei eine unbedingte Gefängnisstrafe von zehn Monaten angemessen.
Das Urteil wird am 21. September vor Amtsgericht Thal-Gäu eröffnet.

* Name von der Redaktion geändert