Solothurner Spitäler AG

Drei Direktoren künden im 2014: Was ist los bei den Solothurner Spitälern?

Peter Dür: Der Ärztliche Direktor verlässt die Spitäler AG.

Peter Dür: Der Ärztliche Direktor verlässt die Spitäler AG.

Nachdem dieses Jahr bereits zwei Direktoren der Solothurner Spitäler AG gekündigt haben, verlässt nun auch Peter Dür, der Ärztliche Direktor, seinen Posten. CEO Martin Häusermann erklärt den Exodus.

2014 ist ein verflixtes Jahr für die Solothurner Spitäler AG (soH). Kaum waren sie angestellt worden, haben die beiden ihre Direktoren-Posten Ende April bereits wieder geräumt. Die Rede ist von Sibylle Schürch und Lars Neeb. Schürch leitete gerade mal vier Monate die Geschicke der Psychiatrischen Dienste. Und Lars Neeb quittierte seinen Dienst als Direktor des Bürgerspitals Solothurn sogar nach nur drei Monaten.

Am Mittwoch jetzt verkündete die soH – zum dritten Mal in diesem Jahr – einen Abgang aus dem Top-Management. Peter Dür, seit viereinhalb Jahren Ärztlicher Direktor, nimmt per Ende Jahr den Hut. Was ist los bei den Solothurner Spitälern? Eine Frage, die diese Zeitung bereits Ende April aufgeworfen hat – und jetzt erst recht.

«Eine neue Herausforderung»

Die ersten beiden Abgänge begründete CEO Martin Häusermann, der seit letztem November im Amt ist, mit «Unterschiedlichen Vorstellungen in der Unternehmensführung». Bei Peter Dür heisst es jetzt in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung, er wolle sich einer «neuen beruflichen Herausforderung» stellen. Ab Januar wird der Facharzt für Pneumologie am Spital Schwyz als Leitender Arzt in seinem Fachgebiet tätig sein.

«Die soH ist ein sehr grosses Unternehmen und da ist es durchaus denkbar, dass es zu einer solchen Fluktuation kommt», kommentierte Martin Häusermann den Exodus aus dem Top-Management. Auf keinen Fall aber könne der Weggang der drei Direktoren in einen inneren Zusammenhang gebracht werden. Bei der Anstellung von Sibylle Schürch und Lars Neeb sei es zu Fehlern im Rekrutierungsprozess gekommen, sagte Häusermann Ende April gegenüber dieser Zeitung. Dem scheidenden Ärztlichen Direktor stellte der CEO am Mittwoch ein sehr gutes Zeugnis aus. Peter Dür habe sich in den vergangenen Jahren «sehr motiviert» um sein vielfältiges Aufgabengebiet gekümmert. Er bedaure deshalb sehr den Entscheid von Peter Dür, die soH zu verlassen. Gemeinsam mit den Kaderärzten entwickelte Dür die Strategie des Medizinischen Leistungsangebots. Unter seiner Führung wurde etwa die invasive Kardiologie am Solothurner Bürgerspital etabliert und in Olten verschiedene Fachdisziplinen wie die Kardiologie, die Gastroenterologie oder die Nephrologie aufgebaut. Neben seinen Aufgaben als Manager war er zudem einem kleinen Pensum am Kantonsspital Olten als Pneumologe tätig.

Wenn Peter Dür die soH jetzt verlasse, dann deshalb, weil diese Tätigkeit als Facharzt für Pneumologie für ihn eine Herzensangelegenheit sei, betont Häusermann. Gut unterrichtete Quellen sprechen indes auch von unterschiedlichen Auffassungen über die Führungsaufgaben des CEO und jener der Direktoren-Ebene. Dür selber war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Schwierige Nachfolger-Suche

«Offen ist zurzeit, wie die Aufgaben des Ärztlichen Direktors in Zukunft wahrgenommen werden», schreibt die soH. Und: «Verwaltungsrat und Geschäftsleitung werden in den kommenden Wochen darüber entscheiden.» Die Neubesetzung der bereits verwaisten Direktoren-Posten gestaltet sich jedenfalls schwieriger als erwartet. Die Psychiatrischen Diensten und auch das Solothurner Bürgerspital stehen weiterhin unter einer interimistischen Leitung. CEO Martin Häusermann leitet das Solothurner Bürgerspital. Und Martin Hatzinger, Chefarzt der Erwachsenenpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste, wirkt gleichzeitig auch als deren Direktor.

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