Digitaler Guide
Gefahrenquelle und Lebensraum: Eine App soll uns die Emme näher bringen

Ab Juni 2021 lässt sich die Solothurner Emme mit einem digitalen Guide – der App «EinflussEmme» – entdecken. Mit animierten Grafiken, Audio- und Videobeiträgen, interaktiven Spielen und Beobachtungstipps. Die App ist im Auftrag des Amts für Umwelt Solothurn entstanden.

Rebekka Balzarini
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An der Emme wurde viel gearbeitet.

An der Emme wurde viel gearbeitet.

Tom Ulrich

Mit einer schlaflosen Nacht rechnet Fabio Rudolf noch, erzählt der App-Entwickler am Ufer der Emme in Biberist. Am Freitagnachmittag soll die App EinflussEmme, die er im Auftrag des kantonalen Amts für Umwelt entwickelt hat, parat sein. Auf seinem Tablet kann er bereits zeigen, wie die App schliesslich aussehen wird. Letzte Details, so erklärt er, müsse er aber laufend optimieren.

Tom Ulrich

EinflussEmme soll der Bevölkerung das Naherholungsgebiet vom Emmespitz in Zuchwil bis nach Gerlafingen näher bringen. In dem Gebiet wurde jahrelang immer wieder gebaut. Im Rahmen des Projekts Hochwasserschutz und Revitalisierung hat die Emme mehr Raum erhalten, und am Ufer haben Tiere und Pflanzen mehr Raum erhalten.

Franziska Neuhaus gibt im Video einen Tipp, was Familien an der Emme machen können:

Rebekka Balzarini

Kennen lernen, was man zu kennen meint

Der neu entstandene Lebensraum soll mit der App erlebbar werden, erklärt Rosmarie Zimmermann vom Amt für Umwelt. «Die App ist eine Einladung, an die Emme zu gehen und ihren Einfluss auf die verschiedensten Lebensbereiche wahrzunehmen: auf die Tierwelt, die Pflanzenwelt und die Gesellschaft», sagt sie.

«Die Kommunikation ist bei grossen Projekten wie der Revitalisierung der Emme wichtig», ergänzt Roger Dürrenmatt, der das Projekt als Gesamtprojektleiter begleitet hat.

Tom Ulrich
«Man muss der Bevölkerung erklären, was man macht und warum man es macht. Dieser Prozess ist auch nach den Bauarbeiten nicht beendet. Wir wollen weiter zeigen, was in dem Gebiet entsteht.»

Die App kann ab Freitagnachmittag im App-Store heruntergeladen werden. Start des Spaziergangs entlang der Emme ist bei der Bogenbrücke in Gerlafingen. Von dort geht weiter Richtung Emmespitz Zuchwil, vorbei an 17 verschiedenen «Posten». Wer nun denkt, dass man den ganzen Weg mit gesenktem Kopf und Blick auf den Bildschirm spazieren muss, der irrt, beruhigt App-Entwickler Rudolf. Dank GPS weiss die App genau, wo man sich am Ufer gerade befinden. Mit einem Klingeln gibt sie an, wann es Zeit ist, das Handy aus der Tasche zu nehmen und mehr über den Ort zu erfahren.

Roger Dürrenmatt (Leiter Emmeprojekt) und Rosmarie Zimmermann (Amt für Umwelt, Projektleiterin App «EinflussEmme») erklären im Video, was wichtig ist, wenn die Menschen an der Emme ihre Freizeit verbringen und sagen, warum es die Emme-App braucht:

Rebekka Balzarini

Bildern, Videos und Grafiken erzählen die Geschichte des Flusses

Auf dem Weg werden die verschiedenen Aspekte der Emme beleuchtet. Der Fluss und seine Ufer als Lebensraum, wo Fische, Vögel, Insekten oder der Biber leben. Die Flusslandschaft, die sich während Jahrtausenden verändert hat und nicht nur von Eiszeiten, sondern auch vom Menschen geprägt wurde. Und die Emme als Naturgewalt, die regelmässig über die Ufer getreten ist – manchmal mit katastrophalen Folgen.

Die App informiert mit Texten, Bilder, Grafiken, Karten und Videos über diese unterschiedlichen Themen. Es gibt auch Spiele, bei denen Geduld und Geschick gefragt ist. So muss man etwa versuchen, einem Fisch dabei zu helfen, die Fischtreppe zu überwinden.

Für mehr Rücksicht und weniger Abfall

Beim Emmespitz angekommen, hat man im Idealfall einen Blick für die Details entwickelt, erklärt Roger Dürrenmatt. «Unser Auge nimmt oft die grossen Veränderungen wahr. Häufig sind wir aber nicht dafür sensibilisiert, was im Kleinen passiert. Zum Beispiel unter der Wasseroberfläche. Die App soll Zugang schaffen zu diesen Details», sagt er.

Im Idealfall gelinge es so auch, eine Sensibilität für den Lebensraum an der Emme zu schaffen. «Zwischen Natur und Erholung gibt es Berührungspunkte», sagt Dürrenmatt. «Es ist erlaubt, zu bräteln und zu baden. Gleichzeitig muss man den Lebensraum aber auch respektieren und Rücksicht nehmen, wenn seltene Vögel an der Emme brüten».

Auch der Abfall, der bei einem Ausflug an die Emme entsteht, muss zwingend mitgenommen werden. Die ehemaligen Deponien am Ufer der Emme wurden im Rahmen der Revitalisierung nämlich entfernt – auch darüber informiert die App übrigens.

App herunterladen und los geht‘s

Die App steht zum kostenlosen Download in Google Play- und App-Store zur Verfügung unter dem Namen «EinflussEmme». Weitere Infos sowie Lern– und Zusatzmaterial für die Vor- und Nachbereitung in der Schule gibt es auf EinflussEmme.so.ch und auf dem offiziellen Flyer. (sks)

Fabio Rudolf hat die App entwickelt und stellt sie in einem Video vor.

Youtube: Kanton Solothurn