Swiss Walking Event
Dieses Volksfest tut den Muskeln Gutes

Am Sonntag waren rund 3700 bewegungsfreudige Menschen mit Stöcken und Turnschuhen rund um Solothurn unterwegs. Sie genossen den Grossanlass Swiss Walking Event.

Katharina Arni-Howald
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Swiss Walking Event
58 Bilder
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Aufwärmen ist wichtig
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Turnschuhe schnüren
«Dänk a d Glänk»: Das Warm-up auf dem Klosterplatz in Solothurn gehörte zur Vorbereitung des verantwortungsbewussten Walkers.
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Kurz vor dem Start
Der Startschuss ist gefallen
Startschuss für die eifrigen Walker beim Ritterquai in Solothurn – ob das gelbe T-Shirt zum «maillot jaune» wird?
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Etwas für Unterwegs
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Vorbei an Kühen
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Musikalischer Zwischenstoppund Zeit für ein Tänzchen
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Wenngleich in der Minderheit: Auch den Männern machts Spass.
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Swiss Walking Event Solothurn 2012
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Manuel Stettler

«Dänk a d Glänk. Bewegung bringts», steht auf dem Spruchband einer Plattform auf dem Klosterplatz. Wer dort eine halbe Stunde später vorbeigeht, wird staunen, wie viele Walker das von der Suva initiierte Warm-up nutzen werden. Von der Kreuzackerbrücke her nähern sich junge und ältere Menschen mit sportlichem Schritt. Ihr Markenzeichen: zwei Stöcke und Turnschuhe. Die Fittesten von ihnen warten beim Uferbau bereits auf das Startzeichen.

Es ist zehn Uhr morgens, eine Zeit, da die Stadt am Sonntagmorgen noch vor sich hindämmert. Nur drei jugendliche Nachtschwärmer haben sich in die Kolonne der Marathonläufer gestellt, die in den nächsten sechs Stunden 42 Kilometer hinter sich bringen müssen. «Hier bekomme ich endlich etwas zu essen», ruft einer der Jungen, und eine Zuschauerin sagt: «Ihren glasigen Augen entnehme ich, dass sie nicht weit kommen werden.» Recht hat sie. Nach ein paar Minuten steigen sie aus. Walker sind aus anderem Holz geschnitzt.

Entspannt an die Startlinie

Oben bei der Reithalle duftet es unverkennbar nach Massageöl. Drinnen sind 18 Tische aufgestellt und ebenso viele Sportmasseure warten auf Arbeit. Vier Frauen aus Lengnau machen sich bereit. «Wenn die Muskeln entspannt sind, hat man ein gutes Gefühl», sagt die eine. Und Hobbymasseur Jakob Walter aus dem Zürcher Oberland, der auf Kundschaft wartet, ergänzt: «Wenn die Muskeln bis auf die Knochen erwärmt sind, kann man zügiger laufen.» Auch im HESO-Zelt sind die ersten Walker eingetroffen. Wer keine Zeit fürs Frühstück hatte, findet hier Vollkornbrötchen, Früchte, Schokoladekuchen und Torten. Süssigkeiten vor dem Start? Ob das gut kommt? Ein älterer Walker lächelt: «Ab 65 kann man nichts mehr falsch machen.» Ein paar Meter nebenan verteilt Daniel Rüegg von der Suva kleine grüne Bälle. Sie sind Teil eines Gleichgewichtsprogramms. Wehe, wenn sie nicht auf der Fussoberfläche bleiben, wenn das Bein in die Höhe gehoben wird.

Inzwischen gehts beim Start zu und her wie in einem Bienenhaus. «Das Gedränge ist grösser als beim Skilift zu Stosszeiten», ruft Speaker Adrian Fetscherin. Kurt der 75-Jährige und seine gleichaltrigen Kameraden haben sich erstmals für den 10,5-km-Lauf entschieden, «In vergangenen Jahren sind wir immer 21 Kilometer gelaufen, aber nun zwickt es da und dort ein bisschen», lächelt er. Doch dem Event Adieu sagen kommt nicht infrage: Die Walker sind aus allen Teilen der Schweiz angereist. Unter ihnen auch der 92-jährige Schönenwerder Walter Moser und die Mamis und Papis mit ihren Babys in den Tragetüchern, die dicht hinter Moser starten. Und wie in den Vorjahren kommen auch heuer die meisten der 3728 Teilnehmenden aus dem Kanton Bern, gefolgt von den Solothurnern, den Aargauern und den Zürchern. Endlich auf 23 Prozent gestiegen ist der Männeranteil. Laut Begründer des international grössten Walking-Events, Markus Ryffel, sind die Männer «immer noch schlecht zu motivieren, wenns um die Gesundheitsförderung geht».

«Wir bleiben Solothurn treu»

Dass die Zahl der Teilnehmenden in den letzten Jahren stark gesunken ist (in Glanzzeiten waren es 7000) stört Ryffel nicht: «Die Volksläufe haben in den letzten Jahren extrem zugenommen, und die meisten haben eine Walkingkategorie eingebaut.» Für mehr Ärger sorgte der unerwartete Ausstieg des Hauptsponsors Helsana im vergangenen November. Als neuer Sponsor konnte die Suva Liv gewonnen werden. An die für dieses Jahr budgetierten und nun zum Teil fehlenden Sponsorengelder hat nebst dem Kanton auch die Stadt Solothurn einen Beitrag geleistet. «Es handelt sich um einen kleinen fünfstelligen Betrag, der einmalig ist», sagt Stadtpräsident Kurt Fluri. Der Walking-Event sei ein Traditionsanlass, von dem auch die Stadt profitiere, und Ryffel doppelt nach: «Es war eine Notsituation und wir werden ganz sicher der Stadt Solothurn treu bleiben.»