Seewen

Dieses Museum bietet ein Hörerlebnis der anderen Art

2007 wurde im Musikautomatenmuseum Seewen die Britannic-Orgel (rechts im Bild) entdeckt, die für das Schwesterschiff der «Titanic» gebaut worden war.

2007 wurde im Musikautomatenmuseum Seewen die Britannic-Orgel (rechts im Bild) entdeckt, die für das Schwesterschiff der «Titanic» gebaut worden war.

Im Museum für Musikautomaten in Seewen lernt man die Entwicklung der Tontechnik kennen.

Im Namen der Jubiläumsausstellung des Museums für Musikautomaten verstecken sich gleich drei Bedeutungen: «Automatenmusik 4.0» heisst sie. Das «4.0» stehe für die zunehmende Modernisierung des Museums, wie zum Beispiel das neue «Konzept der offenen Türen» und die iPad-Führungen, erklärt Museumsdirektor Christoph Hänggi.

Dahinter verstecke sich aber auch eine Umschreibung für die Zahl Vierzig, denn das Museum existiert seit 40 Jahren. Und die Jubiläumsausstellung ist in vier verschiedene Teile aufgeteilt, auch das liesse sich aus dem «4.0» erahnen.

Im Jubiläumsjahr werden in aufeinanderfolgenden Ausstellungen Figurenautomaten, Musikdosen und Bahnhofautomaten gezeigt. Aber auch rund um die Sonderausstellung gibt es im Musikautomatenmuseum viel zu entdecken: Im Werkstattsaal wird die Funktionsweise der Musikautomaten erklärt, im «Salon bleu» sieht man mechanische Klaviere, die selber spielen, und Plattenmusikdosen von etwa 1900.

Auch Uhren und Schmuck mit Musikwerken und grosse Automaten mit ganzen Instrumenten darin gibt es zu bestaunen. «Heute ist Musikhören selbstverständlich, früher musste man sich aber darum bemühen», sagt Hänggi.

Das Leben des Museumsleiters ist geprägt von der Musik: Bevor er ins Musikautomatenmuseum kam, arbeitete er als Musikjournalist beim Radio und als Musikmanager einer internationalen Firma. «Ein Weg entlang der Musik», lächelt er.

Brisanter Zufallsfund im Jahr 2007

Das wohl spektakulärste Objekt im Museum ist die Britannic-Orgel. Sie wurde 1914 ursprünglich für die «Britannic», das Schwesternschiff der gesunkenen «Titanic», gebaut und galt lange Jahre als verschollen. Obwohl sie sich schon länger in der Sammlung des Museums befand, wusste niemand, dass es sich dabei um just diese Orgel handelte. Eigentlich per Zufall wurde im Jahr 2007 im Rahmen von Restaurationsarbeiten aufgedeckt, dass die Museumsorgel die verloren geglaubte Britannic-Orgel ist. Hänggi war damals schon Museumsdirektor und durfte den Freudentag miterleben, darum ist die Britannic-Orgel sein Lieblingsgegenstand im Museum. «Vom Prinzip her funktioniert sie wie eine Kirchenorgel, aber man kann darauf auch Musikrollen abspielen», erklärt er. In seiner Jugend spielte er selber Orgel. Ihr Klang sei sehr «beschwingend», beschreibt Hänggi. 1200 Musikstücke aus den Jahren 1920 bis 1930 können im Museum von der Orgel abgespielt werden.

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