109 junge Menschen haben es bis am Samstag eine Woche lang genossen, bei Sport und Spass mit Gleichaltrigen zusammen zu sein, sich auszutauschen, gut zu essen und ein Programm mit vielen Abwechslungen zu erleben. Mit guten Erinnerungen geht am Samstag das 27. «Andere Lager» als solothurnische Pionierveranstaltung für behinderte und nicht behinderte Jugendliche im freiburgischen Schwarzsee zu Ende.

Nach Herzenslust konnten alle Teilnehmenden aus 20 Disziplinen ihr eigenes Sportprogramm für diese Woche zusammenstellen. Lagerleiter Christoph Büschi hielt fest, dass dank der an den See angrenzenden Unterkunft alle Wassersportarten besonders beliebt sind. «Noch hat der See zwar keine Baditemperatur, aber mit Neoprenanzügen sind beim Stand-up-Paddling auch Sprünge ins Wasser kein Problem. Und unsere Kanuten sitzen sowieso sicher in festen Booten.»

Ob die individuelle Wahl auf Basketball, Beachvolleyball, Boccia, Bogenschiessen oder Tennis und Tanzen fiel: alle, die sich für zwei Sportprogramme entschieden haben, sind mit Begeisterung bei der Sache. Davon konnten sich am gestrigen Besuchstag 32 Gäste unter Führung von Regierungsrat Remo Ankli überzeugen. Die Instruktion der sportlichen Grundlagen aber vor allem auch viel Motivation vermittelte das Leitungsteam, das sich ergänzt mit Kursleitern und Küchenbetreuung aus 60 Personen zusammensetzte. Viele von ihnen sind bereits langjährig beteiligt am Lager, das 2017 mit dem Kantonalen Sportverdienstpreis ausgezeichnet wurde.

Der besondere Lager-«Spirit»

Neben jungen Leuten mit unterschiedlichsten Handicaps gehören Schülerinnen und Schüler aus Matzendorf und aus Biberist zur Teilnehmerschar. «Der diesjährige Lagerspirit ist geprägt von einem offenen Umgang miteinander, in dem sich keine separaten Gruppen bilden. Wir sind richtig gut unterwegs», so Büschi. Dies komme besonders den Abendveranstaltungen zugute, die mit Disko, Spielabenden und zum Auftakt am Ankunftstag mit der Erfindung von Namen für die zehn Gruppen für alle unterhaltsam verliefen. «Als ganz cooles Angebot empfinden alle auch die malerischen Kunstwerke, die in gemeinsamer Arbeit auf den neu angeschafften Staffeleien entstanden sind», hob der Lagerleiter ein weiteres gemeinschaftsbildendes Element hervor, ebenso den Ausflug in die Stadt Freiburg.

Wenn man die Teilnehmenden fragt, was denn zu den Höhepunkten der Lagerwoche zählte, so wird häufig der Fussballmatch Lagerteilnehmende gegen Leitungsteam genannt. Dafür waren diesmal die Jugendlichen bestens präpariert. Denn im früheren Fussballstar Georges Bregy stand ihnen nämlich in Lager-Lektionen ein ausgezeichneter Lehrer zur Verfügung. Als «Hit» für das allgemeine Wohlbefinden darf ebenso die Leistung der Küche genannt werden. Als «heimlichen Hit» muss man an die riesengrosse und umsichtige Logistik erinnern, die ein solches Lager bezüglich Material, Verpflegung und Transportwesen erst möglich macht.