Vom Freitag, 8. Juni, bis Sonntag, 10. Juni, findet in der ganzen Schweiz das Feldschiessen, welches seit 1940 jährlich durchgeführt wird, statt. Das Datum ist für alle dasselbe. «Das Feldschiessen soll den Charakter einer vaterländischen Kundgebung haben», steht im Reglement über das Eidgenössische Feldschiessen. So gilt dieses als das grösste Schützenfest weltweit.

6132 Schützinnen und Schützen absolvierten im letzten Jahr auf knapp dreissig Schiessplätzen im ganzen Kanton Solothurn das Feldschiessen. Dabei haben drei Schützen die maximale Punktzahl erreicht. 

Heinz Hammer, Präsident des Solothurner Schiesssportverbandes, hofft, dass man die Anzahl Schützen in diesem Jahr halten könne. Wie viele am Feldschiessen teilnehmen würden, würde von verschiedenen Faktoren wie sonstigen Anlässen und auch dem Wetter abhängen.

Eventuell könnten es sogar mehr Schützen werden. Denn das Solothurner Motto des diesjährigen Feldschiessens lautet «Chunsch au mit?». «Wir wollen damit sagen, dass jeder noch jemand mitnehmen sollte», so Hammer. Der Schiesssportverband rührt die Werbetrommel für den Schiesssport. «Das Feldschiessen ist ein Anlass, an dem man das Schiessen einer breiten Öffentlichkeit in Erinnerung rufen kann. Es wäre schön, wenn jemand ans Feldschiessen kommt und dann den Weg in einen Schützenverein findet.» In der heutigen Zeit sei es für alle Vereine schwieriger Mitglieder zu finden.

Ab 10 Jahren

In der Region werden also Tausende Schützinnen und Schützen, ob jung oder alt, Frau oder Mann, Elite oder Amateur, erwartet. Teilnahmeberechtigt sind übrigens Schützinnen und Schützen ab Erreichen des 10. Altersjahrs. Jugendliche von 10 bis 16 Jahren können am Feldschiessen teilnehmen, wenn sie einen «Ausweis für Jugendliche» besitzen.

Zugelassen sind nur Ordonnanzwaffen. Das sind die Sturmgewehre 57 und 90 und Karabiner. Mit Sportgewehren darf nicht geschossen werden. Bei den Pistolen stellt Heinz Hammer fest, dass fast niemand mehr auf die 50 Meter entfernte Scheibe schiesst. «Drei bis vier Prozent schiessen noch auf diese Distanz. Der Rest schiesst auf 25 Meter.»

Spezieller Kranz

Beim Feldschiessen-Programm gilt es, möglichst viele Treffer im 4-Punkte-Bereich – die Punkte gehen von 0 bis 4 – zu verzeichnen. Jeder Wettkampfteilnehmer, der mindestens 57 der 72 möglichen Punkte erzielt hat, darf ein Kranzabzeichen mit nach Hause nehmen. Das Sujet auf der Medaille zeigt jedes Jahr ein anderes Kantons-Wappen der Schweiz. Dieses Jahr ist es für die Solothurner ganz speziell, denn das Solothurner Wappen prangt auf der Auszeichnung. Am Samstag wird der Schweizerische Verband aus diesem Anlass in St.Pantaleon eine Wappenscheibe feierlich übergeben. 

Heinz Hammer wird am Samstag und Sonntag auf einem Rundgang der verschiedenen Schiessplätze einige der 21 besuchen. «In jedem Bezirk wollen wir mindestens auf einem Schiessplatz präsent sein.» Dabei sein werden auf einem Teil des Rundgangs auch das Militär und von seiten des Kantons Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss und Kantonsratspräsident Urs Ackermann.

Betreuung für Neulinge

Für Sicherheit und einen geordneten Ablauf auf den verschiedenen Schiessplätzen sorgen ausgebildete Schützenmeister und qualifizierte Schützen, welche die ungeübteren Sportler betreuen.

«An den vergangenen zwei Mittwochen haben wir zudem ein Training für Leute ohne jegliche Schiess-Erfahrung durchgeführt», informiert Alexander Rudolf von Rohr, Präsident der Bezirksschützen Solothurn-Zuchwil. Die grosse Anzahl an Teilnehmern habe ihn dabei ehrlich überrascht, verrät Rudolf von Rohr. «Ich bin daher sehr gespannt, wie viele Neulinge tatsächlich ans Feldschiessen kommen werden», sagt der Präsident und weist noch im selben Atemzug daraufhin, dass dort allen Schützen eine Bratwurst mit Brot offeriert würde.

In der Region Lebern findet das diesjährige Feldschiessen in Langendorf und Bettlach statt. Bernhard Brunner von der Schützengesellschaft Langendorf hat dabei das Organisations-Zepter für den Grossanlass im Dorf übernommen. «Wir rechnen mit rund 500 Besuchern. Von denen werden sicher fast die Hälfte Anfänger sein», zeigt sich Brunner erwartungsvoll. Damit das Schiessen dennoch reibungslos ablaufen werde, sei eine gute Organisation sowie eine Menge Helfer gefragt, betont Brunner. Für die Schützengesellschaft Langendorf stehen deshalb über 20 Vereinsmitglieder im Einsatz. Ihre Aufgaben reichen dabei über das Einweisen der Parkplätze, das Bedienen hungriger und durstiger Besucher, bis hin zum Kontrollieren der Waffen und dem Ansagen des Programmes. «Wenn man so lange auf etwas hinarbeitet, dann freut man sich riesig, wenn es dann endlich so weit ist», schliesst Brunner mit Vorfreude auf die kommenden Tage. 

Langendorf ist eines der Austragungsorte des Feldschiessens. Fürs Wochenende wird auf der Wiese vorne ein Festzelt aufgestellt.

Langendorf ist eines der Austragungsorte des Feldschiessens. Fürs Wochenende wird auf der Wiese vorne ein Festzelt aufgestellt.

Der oberste Sportschütze im Kanton schiesst seit er 20 Jahre alt ist. In dieser Zeit war er bei 44 Feldschiessen dabei. In seiner Sammlung fehlt ihm ein Kranz. Am Samstagabend wird das Mitglied des Schützenvereins Balsthal-Klus in Laupersdorf seine Waffe auf die 300 Meter entfernte Scheibe zielen – und hoffentlich für kein zusätzliches Loch in seiner Kranz-Sammlung sorgen.

Lesen Sie ausserdem: 

Der erste Schuss ging voll daneben – als Ungeübter beim Feldschiessen

Über 6000 Teilnehmer am Feldschiessen im Kanton Solothurn – bester Schütze kommt aus Hägendorf