Schweizer Inszenierungen rangieren regelmässig auf der Bestenliste der deutschen Plattform nachtkritik.de, die die wichtigsten Aufführungen der letzten 12 Monate auszeichnen will. Das Theater Biel Solothurn (TOBS) - das dieses Jahr nicht nominiert ist - war in vier Jahren unter den Top Ten: 2009 («Die Glasmenagerie»), 2011 («Ein Volksfeind» und «Perfect Happiness»), 2012 («Dreigroschenoper») und 2013 («Mit wem soll ich jetzt schweigen»).

Schon im letzten Jahr war keine Produktion des TOBS nominiert. 2010 war «Bunbury» nominiert. Das Stück rangierte dann aber nicht unter den ersten 10.

Beim Theater Biel Solothurn ist man zwar ein wenig enttäuscht, nicht auf der Liste zu stehen, speziellen Erklärungsbedarf sieht man aber nicht. «Wir sind mehr überrascht, wenn wir nominiert werden», erklärt Mediensprecherin Anna-Barbara Rothen.

Vielleicht klappt es ja mit dem Stück «King Arthur», das am 30. Januar in Solothurn Premiere feiert? «Wir hoffen sehr, dass wir in Zukunft wieder nominiert werden», so Rothen. Dann kann das TOBS auch sicherlich wieder auf die treue Fangemeinde zählen, die für das «kleinste Haus der Schweiz» abstimmt.

Sechs Schweizer Nominationen

Aus der Schweiz sind insgesamt sechs grosse und kleine Häuser nominiert. Das Zürcher Neumarkt ist in der Vorauswahl mit "Ein Teil der Gans im Haus der Lüge" von Martin Heckmanns unter der Regie von Simone Blattner.

Das Schauspielhaus Zürich schaffte es mit "Roberto Zucco" von Bernard-Marie Koltès unter der Regie von Karin Henkel in die von Kritikern vorgenommene Selektion der besten deutschsprachigen Inszenierungen.

Das Theater Basel ist mit der Produktion "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch in der Inszenierung von Volker Lösch nominiert, das Theater Luzern mit Wojtek Klemms Version von Sophokles' "Antigone".

Die Kaserne Basel ist mit "How to win friends & influence people" von Boris Nikitin und Ensemble aufgestellt, das Kleintheater Luzern mit "Ich bin zum Glück zu zweit" von Jürg Kienberger und Jeroen Engelsman, inszeniert von Claudia Carigiet.

Die Stücke werden von den Nachtkritik-Korrespondenten nominiert. Wie viele Nominationen ins Voting gehen, unterscheidet sich von Jahr zu Jahr. Das letzte Wort hat das Publikum. Es kann bis zum 28. Januar auf der Theaterplattform nachtkritik.de seine Stimme abgeben. Am 29. Januar werden die zehn besten Inszenierungen bekanntgegeben. (ldu/sda)