Frühling
Dieses Jahr fliegen die Pollen schon zwei Wochen früher

Allergiker haben bereits jetzt die Nase voll vom Frühling, so fliegen bereits Mitte März die ersten Pollen durch die Luft und bescheren Allergikern juckende Augen und laufende Nasen. Höher ist die Pollenbelastung diesen Frühling aber trotzdem nicht.

Philipp Eng
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Der Frühling kann nicht von allen genossen werden. Einige treibt es dazu, Taschentücher immer griffbereit zu haben.

Der Frühling kann nicht von allen genossen werden. Einige treibt es dazu, Taschentücher immer griffbereit zu haben.

Philipp Eng

Der Frühling ist auf viele Arten zu spüren. Sei es durch die Wärme, welche die Leute nach der Arbeit nach draussen zieht, die Pflanzengeschäfte, welche florieren, oder aber auch durch Personen, welche dieses Jahr schon mindestens zwei Wochen früher als gewohnt zum Taschentuch greifen und am Niesen sind.

Denn die Pollen fliegen, und dies schon spürbar früher. Die warmen Tage häufen sich schon ab Anfang März. Doch auf grosse Freude stösst dies nicht bei allen: Die Pollenflugsaison hat begonnen, und die Taschentücher sind alltäglicher Begleiter von 15 bis 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung, welche an einer Pollenallergie leiden, wie Apotheker berichten.

Laut Sereina Maibach, Beraterin des Allergiezentrums Schweiz, blühen zurzeit Hasel und Erle, welche bei einigen Menschen Augenjucken und eine laufende Nase verursachen. «Wer generell auf Baumpollenarten allergisch reagiert, hat jetzt Beschwerden», sagt Maibach. Und für alle Birkenpollen-Allergiker: Die Birkenblüten schicken ihre Pollen ab Ende März auf die Reise.

Keine höhere Pollenkonzentration

Wer jedoch glaubt, dass durch den frühen Frühling die Pollenkonzentration höher sei, irrt, sagt Maibach. «Letztes Jahr haben quasi auf einen Schlag fast alle Bäume zu blühen begonnen.

Die Pollenbelastung war deshalb im März sehr hoch. Dies verursachte bei vielen Pollenallergikern sicherlich mehr oder stärkere Beschwerden als in diesem Jahr.» Maibach fügt jedoch an, dass die Pollensaison im Frühling sicherlich länger dauern werde, als in einem «gewöhnlichen» Frühling, da sie auch schon zwei Wochen früher angefangen habe.

Die momentan blühenden Haselsträucher und die Erle machen zusammen mit Gräsern und dem Beifuss laut «Meteo Schweiz» mehr als 95 Prozent der Pollenbelastung aus. Was ist also zu tun, um das ständige Niesen und Nasenlaufen möglichst zu vermeiden?

Zur Vorsicht wird geraten

Die Beratungsstellen der Allergiezentren raten, trotz wunderschönem Wetter mit warmen Temperaturen, sich von weiten Wiesen fernzuhalten und Sonnenbrillen und Taschentücher immer griffbereit zu haben.

Laut Maibach sollten auch die nötigen Vorkehrungen getroffen werden, die Allergie zu behandeln, da eine Nichtbehandlung sogar zu Asthma führen kann. Leider bringe auch die Zukunft nichts Gutes für Allergiker, schreibt ein Forschungsteam der Universität München.

Vor allem die urbanen Gebiete seien von Pollenzuwachs in den kommenden Jahren am stärksten betroffen. Ein dreiprozentiger Pollenanstieg pro Jahr, gegenüber einem Prozent auf dem Land, wird prognostiziert. Schuld sei der Klimawandel, denn er verstärke die Erhöhung der Pollenzahl in Zukunft zusätzlich.

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