Dreikönigskuchen
Dieses Gebäck aus Hefeteig adelt zum König

Bei den Grossverteilern waren sie bereits seit Tagen zu haben, einige Bäckereien starteten den Verkauf der Dreikönigskuchen dann am 3. Januar. Doch so richtig los geht das Geschäft mit dem feinen Gebäck jeweils erst am 5. und 6. Januar.

Melanie Riedi
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Zum Anbeissen: geballte königliche Pracht, frisch aus dem Backofen. Samuel Thomi

Zum Anbeissen: geballte königliche Pracht, frisch aus dem Backofen. Samuel Thomi

Eine erste Umfrage zeigt: Im Allgemeinen sind die Bäckerinnen und Bäcker mit den bisherigen Verkäufen zufrieden. Die Konkurrenz durch die Grossverteiler Migros und Coop sei sehr wohl spürbar, lautet der Tenor. Doch die Bäckereiqualität werde halt noch immer sehr geschätzt. Silvia Hofer aus dem solothurnischen Laupersdorf bemerkte dazu: «Es ist sehr wichtig, gute Qualität zu liefern. So bleibt auch der jährliche Absatz stabil.» Käuferinnen und Käufer seien dann auch bereit, etwas mehr zu bezahlen.

Gross- und Spezialbestellungen sind nach wie vor beliebt. Es handelt sich dabei um Kuchen mit verschiedenen Glasuren, mehreren eingebackenen Königen oder besonders viel Schokoladestückchen. Hauptsächlich Firmen, Schulen und Kindergärten lassen sich «Spezialanfertigungen» backen. So ging beim Back-Caffée in Grenchen die Bestellung für einen vierzigteiligen Kuchen ein.

Spezialwünsche sind von der aktuellen Situation abhängig: «Weil zurzeit noch Schulferien sind, werden wir dieses Jahr wohl ein paar Spezialkuchen weniger verkaufen», sagt Bäcker Martin Laube aus Derendingen. Doch dieser Ausfall werde wohl durch den Verkauf an Familien und Privatpersonen ausgeglichen werden können.

In diesen Tagen ein Renner

Das Festtagsgebäck aus süssem Hefeteig gehört traditionell zum «Tag der Erscheinung des Herrn». Und auch in diesen Tagen ist der Kuchen ein Renner. Lange bevor der Dreikönigstag zu einem christlichen Feiertag wurde, kam ihm eine spezielle Bedeutung zu: Als Symbol für das Ende der Winterzeit und den Neujahrsbeginn war dieser Tag durch die Vertreibung böser Geister und den reinigenden Weihrauch geprägt.

Früher backte man in verschiedenen Ländern Europas am Dreikönigstag ein Brot, in das entweder eine Mandel, eine Bohne, eine Erbse oder gar eine Münze versteckt wurde. Die Person, welche das versteckte Objekt im Brotstück fand, wurde für einen Tag zum «König» ernannt. Viele Jahre später verband die katholische Kirche diesen Brauch mit Kaspar, Melchior und Balthasar, den drei weisen Männern aus dem Morgenland.

Daraus ergab sich die heutige Tradition des Brotteilens mit der integrierten Königsfigur. Dieser Brauch hat sich jedoch bis zum heutigen Tag etwas verändert. So verbreitet sich aktuell der Trend hin zum Gebäck mit mehreren eingebackenen Königen immer mehr. Doch: Wo bleibt da der Reiz, König zu werden, wenn gleich mehreren Personen beim Verzehr desselben Kuchens das Privileg winkt, einen Tag lang Wünsche erfüllt zu bekommen?