Solothurner Spitäler
«Diese Löhne sind ein Schlag ins Gesicht der soH-Mitarbeiter»

Die Gewerkschaft VPOD findet, die hohen Löhne von Kaderangestellten seien nicht akzeptabel und sollten korrigiert werden. Der Logik zufolge müsste man auch die Löhne des Pflegefachpersonals erhöhen.

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Die «exzessive Lohnpolitik bei Kaderstellen» sei nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel, schreibt der VPOD Solothurn. (Symbolbild)

Die «exzessive Lohnpolitik bei Kaderstellen» sei nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel, schreibt der VPOD Solothurn. (Symbolbild)

Keystone

Die Gewerkschaft VPOD reagiert mit Empörung auf die hohen Löhne der Chefärzte und des neuen CEO der Solothurner Spitäler AG (soH), die letzte Woche von dieser Zeitung publik gemacht wurden.

«Angesichts der vom soH-Verwaltungsrat initiierten Sparprogramme und der damit verbundenen Zunahme des Drucks auf die Arbeitsbedingungen wirken diese Löhne wie ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», schreibt der VPOD Solothurn in einer Medienmitteilung. Diese «exzessive Lohnpolitik bei Kaderstellen» sei nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel. «Sie schadet der Arbeitsmotivation und ist – auch im Interesse der Patienten – schnellstmöglich zu korrigieren.»

Ob ein Lohn gerecht ist oder nicht, darüber lasse sich diskutieren, schreibt der VPOD. Wenn aber der neue CEO rund 100 000 Franken mehr verdiene als sein Vorgänger – ohne einen Leistungsausweis als Spitaldirektor vorlegen zu können – sei das nicht nachvollziehbar. Absurd werde es vollends, wenn als Begründung der «Markt» dienen müsse.

Gemäss dieser Logik müssten primär die Löhne der Pflegefachpersonen, des medizinisch-technischen und medizinisch-therapeutischen Personals sowie der Fachangestellten Gesundheit massiv angehoben werden. «Denn bekanntlich fehlt es an allen Ecken und Enden am Pflege- und Betreuungspersonal.» Ausserdem sei der Druck, der auf den Gesundheitsfachleuten lastet, beträchtlich. «Ständig wechselnde Schichten, Überstunden, ungenügende Erholungszeiten und Zunahme der administrativen Arbeiten zulasten der Pflegequalität gehören zum Spitalalltag.» (szr)