Je 100'000 Franken
Diese fünf Start-ups gewinnen den De Vigier-Förderpreis

Am Mittwoch nahmen fünf Schweizer Start-ups in Solothurn den mit je 100‘000 Franken dotierten W.A. de Vigier Preis entgegen.

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7 der 10 Nominierten Jungunternehmer vor dem De Vigier Sommerhaus (v.l): Lukas Langenegger (hemotune AG), Rolf Adelsberger(Sensoryx AG), Fabio Depetris (Touchless Automation GmbH), Peter Diehl (Audatic GmbH), Mano Lubrano (inVoli), Sylke Hoehnel (Sun Bioscience), David Corrêa (Acube Technology AG)
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Gewinner Peter Udo Diehl, Audatic
Gewinner Jamie Duarte, MyoSwiss
Gewinner Vincent Martinez, nanoleq
Gewinnerin Sylke Hoehnel, SUN
Gewinner Manu Lubrano, InVoli, erhält den Check von Pirmin Bischof.
Preisverleihung der De Vigier Stiftung 2018
Die Verleihung findet jeweils im De Vigier Sommerhaus statt.

7 der 10 Nominierten Jungunternehmer vor dem De Vigier Sommerhaus (v.l): Lukas Langenegger (hemotune AG), Rolf Adelsberger(Sensoryx AG), Fabio Depetris (Touchless Automation GmbH), Peter Diehl (Audatic GmbH), Mano Lubrano (inVoli), Sylke Hoehnel (Sun Bioscience), David Corrêa (Acube Technology AG)

Thomas Ulrich

Die ausgezeichneten Jungunternehmen verbessern das Leben von Hörgeschädigten und von Menschen mit Bewegungseinschränkungen, ebnen den Weg für die sichere Einführung von Drohnen in den Luftverkehr, bringen unübertroffen langlebige Kabel auf den Markt und erkennen bereits vor der Verschreibung, ob Medikamente wirksam sein werden oder nicht.

Die fünf Preisträgerinnen und Preisträger (in alphabetischer Reihenfolge)

AUDATIC GmbH aus Zürich (ZH) – Bessere Performance von Hörgeräten in lauter Umgebung

Hörgeräte lassen ihre Träger in lärmigen Situationen oft im Stich. AUDATIC setzt neuste Methoden der künstlichen Intelligenz ein, um störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern und das Hörerlebnis deutlich zu verbessern. Ob im Restaurant, unterwegs oder beim Geschäftstreffen: Hörgerätenutzer können dank der Technologie von AUDATIC wieder mit mehr Freude und Selbstbewusstsein an Gesprächen teilnehmen.

 

 

inVoli aus Renens (VD) – Sichere Integration von Drohnen in den Luftverkehr

Zusammenstösse zwischen Drohnen und Flugzeugen werden zunehmend zur Gefahr. inVoli bietet die Infrastruktur für eine sichere Integration von unbemannten Flugobjekten in den bestehenden Luftverkehr. Die Technologie des Waadtländer Startups will Daten zur Flugverkehrslage zugänglich machen und Beteiligte sowie die Flugkörper selbst mit den notwendigen Instrumenten ausrüsten, um die Lüfte sicherer und effizienter zu nutzen.

 

 

MyoSwiss AG aus Zürich (ZH) – Tragbare Muskeln für Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Myoswiss entwickelt den Myosuit: Eine Kleidungsschicht aus tragbaren Muskeln, die alltägliche Aktivitäten unterstützt. Die Lösung kombiniert Robotik und funktionelle Textilien in einem bequemen Produkt, das weniger als fünf Kilogramm wiegt. Neuartige Algorithmen gekoppelt mit Sensorik und Aktorik kontrollieren die unterstützenden Kräfte während den Bewegungen des Nutzers.

nanoleq GmbH aus Zürich (ZH) – Eine neue Generation von Kabeln

Kabel sind anfällig. Dies ist z.B. bei medizinischen Geräten oder Fabrikrobotern ein Problem. nanoleq entwickelte eine fundamental neue Art von Kabeltechnologie. Unter mechanischer Belastung weist das FlexOne Kabel des Zürcher Startups eine bis zu hundertmal höhere Lebensdauer auf als ein Standardkabel und behält seine hohe Flexibilität. Die Zielmärkte von nanoleq liegen in der Medizinaltechnik, in high-end Audioanwendungen und in der Robotik.

 

 

SUN bioscience aus Lausanne (VD) – 3D-Zellkulturen für effektivere Behandlungsentscheide

SUN bioscience bringt eine Plattform für standardisierte organoide 3D-Zellkulturen auf den Markt, die patientenspezifische Tests für die direkte Wirksamkeit von Behandlungen erlauben. Heutige Methoden, die auf Biomarkern beruhen, sind oft unzureichend verlässlich. Die Lösung von SUN bioscience optimiert Medikationsentscheidungen und vermeidet unwirksame Therapien. Dies ermöglicht milliardenschwere Einsparungen im Gesundheitswesen.

«Diese jungen Unternehmer/innen lassen mich hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Sie finden Lösungen für Umweltprobleme, Therapien für Krankheiten, alternative Energiequellen und treiben uns als Gesellschaft voran. Startup- und Wirtschaftsförderung heisst nichts anderes als Hoffnung zu verbreiten und dabei Geld zu verdienen», so Regula Buob, Geschäftsführerin der W.A. de Vigier Stiftung.

Persönlichkeit der/des CEO stark gewichtet

Aus über 220 eingereichten Projekten wählte die Jury im Februar ihre Top 16. Diese durchliefen ein Assessment und präsentierten ihre Ideen vor dem Stiftungsrat, der anschliessend die Top 10 kürte. Nebst bahnbrechenden Produkten spielte bei der Wahl der Gewinner/innen die Persönlichkeit der/des CEO eine grosse Rolle. «Wir wollen nicht nur bahnbrechende Produkte unterstützen, sondern auch in hervorragende Menschen investieren, die eine neue Generation von Schweizer Unternehmer/innen massgebend mitprägen», erklärt Buob.

Die Top 16 durchlaufen ein Assessment und nehmen den eigenen Führungsstil im Rahmen eines vertraulichen Validierungsgespräches unter die Lupe. Die W.A. de Vigier Stiftung ist mit diesem Vorgehen einer der wenigen Förderer, die den Faktor Mensch systematisch berücksichtigen. (mgt)

W.A. de Vigier Förderpreis

Der W.A. de Vigier Förderpreis ist die älteste und mit jährlich 500'000 Franken Preisgeldern (5 mal 100‘000 Franken) die höchstdotierte Auszeichnung für Jungunternehmer/innen in der Schweiz. Seit ihrem 29-jährigen Bestehen hat die Stiftung insgesamt über 11 Millionen Franken Startkapital verteilt. Daraus resultierten bis heute rund 84 erfolgreiche Startups, mehrere Börsengänge, einträgliche Firmenverkäufe und vor allem zahlreiche neue Arbeitsplätze.

Bei der Projektbeurteilung fallen folgende Faktoren ins Gewicht: Die Unternehmerpersönlichkeit, der Innovationscharakter, die gesamtgesellschaftliche Relevanz, die technische und finanzielle Realisierbarkeit sowie Marktchancen und der Arbeitsbeschaffungseffekt. (mgt)

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