Der Konjunkturindikator der Solothurner Handelskammer (SOHK) deutet für das vierte Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal auf eine Stagnation der kantonalen Wirtschaftsleistung hin (+0,1%). Damit weise der Konjunkturindikator auf eine allmähliche Erholung hin, «wenn man bedenkt, dass für die Quartale zwei (–3,6%) und drei (–2,5%) noch jeweils deutliche Rückgänge angezeigt wurden», so das Fazit der SOHK in einer Mitteilung von gestern.

Noch immer aber verlaufe die konjunkturelle Entwicklung im Kanton Solothurn flacher als in der Gesamtschweiz, wie der Vergleich mit der durch das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco veröffentlichten Quartalsschätzung zeigt (Schweiz +1,4 % gegenüber Vorjahresquartal).

Die Stabilisierung sei zum einen auf die wieder solidere Auslandsnachfrage zurückzuführen, die grosse Stütze bleibe aber weiterhin die starke Schweizer Binnenkonjunktur.

Auslandsnachfrage im Minus

Gemäss den Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) gingen die wertmässigen Warenexporte aus dem Kanton Solothurn im vierten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal nominal um 2,3 Prozent zurück. Die Ausfuhren der wichtigen Solothurner Exportindustrien entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich. Die wichtigste Exportwarengruppe «Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie» konnte um eindrückliche 24 Prozent zulegen. Mit den Ausfuhren der Metallindustrie (–30,3%) und der Warengruppe
«Maschinen, Apparate, Elektronik» (–11,3%) zeigten hingegen zwei andere gewichtige Exportindustrien weiterhin eine deutlich rückläufige Entwicklung.

Während die schwache Auslandsnachfrage viele Solothurner Unternehmen weiterhin belastet, profitiere die regionale Wirtschaft hingegen von der starken Schweizer Binnennachfrage. So beurteilen denn auch die Solothurner Industriekapitäne die Wirtschaftsentwicklung deutlich positiver als dies die Exportzahlen anzeigen. Der neue SOHK-Konjunkturindikator wird monatlich und quartalsweise veröffentlicht. Er orientiere sich am realen BIP des Kantons im Vorjahresvergleich. (at.)