Handelskammer
Die Wirtschaft ist bemerkenswert robust

Von Problemen war an der Generalversammlung der Solothurner Handelskammer kaum die Rede – dafür wurden Netzwerke gepflegt.

Hans Peter Schläfli
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Die Handelskammerspitze: Präsident Hans Kuhn (sitzend) und Direktor Daniel Probst.

Die Handelskammerspitze: Präsident Hans Kuhn (sitzend) und Direktor Daniel Probst.

Hans Peter Schläfli

In festlichem Rahmen führte die Solothurner Handelskammer in Oensingen ihre 143. Generalversammlung durch. Nicht weniger als 260 Personen durfte Präsident Hans Kuhn im Bienkensaal begrüssen. Zu diskutieren gab es wenig, dafür pflegten die Vertreter der Solothurner Wirtschaft beim abschliessenden Apéro umso intensiver ihr Netzwerk.

Wenn die Solothurner Handelskammer zur Versammlung einlädt, dann kommen sie alle: Die beiden Ständeräte Pirmin Bischof und Roberto Zanetti, Urs Huber als Kantonsratspräsident sowie die Regierungsräte Esther Gassler und Roland Fürst waren die Aushängeschilder der kantonalen Politik im Bienkensaal. Handelskammer-Präsident Hans Kuhn sprach in seiner Rede das schwierige Umfeld mit Unsicherheiten wie Terrorismus, Brexit und dem weiterhin überbewerteten Schweizer Franken an.

Trotzdem zog er eine positive Bilanz des Jahres 2016: «Die Solothurner Wirtschaft hat sich im letzten Jahr als erstaunlich robust erwiesen und ein bescheidenes, aber solides Wachstum gezeigt.» Präsident Kuhn brach eine Lanze für eine liberale Wirtschaftsordnung, rügte aber auch gewisse Wirtschaftsexponenten, «die mit zweistelligen Millionenboni das Vertrauen der Bevölkerung in die grossen Schweizer Unternehmen aufs Spiel setzten» würden.

Eintreten für Basis des Wohlstands

Direktor Daniel Probst beschrieb das Unternehmertum als Basis des Wohlstandes. Die Handelskammer kümmere sich entsprechend intensiv um den unternehmerischen Nachwuchs: In einer Wirtschaftswoche werden Schülerinnen und Schüler an das wirtschaftliche Denken herangeführt. Probst stellte auch die Messe tunSolothurn vor, an der jeweils Kinder und Jugendliche mit Technik und Naturwissenschaft in Kontakt gebracht werden.

Absolut kein Thema in den offiziellen Reden waren die Regierungsratswahlen. Dies, obwohl die Wirtschaftsverbände sich im Vorfeld ja sehr intensiv für die Wahl der letztlich unterlegenen FDP-Kandidatin und Gewerbeverbandspräsidentin Marianne Meister eingesetzt hatten.

Die Generalversammlung wurde durch die erfolgreiche Sängerin Jaël umrahmt. Nicht nur Jaëls Lieder waren wunderbar harmonisch, auch als es um die harten Fakten ging, stimmten die Mitglieder der Solothurner Handelskammer ohne Misstöne ab. Die Rechnung schloss bei Aufwand und Ertrag in der Grösse von fast zwei Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 9000 Franken ab. Nicht weniger als 15 neue Mitglieder wurden aufgenommen, womit sich nun bereits rund 500 Firmen in der Handelskammer zusammengefunden haben.

Ordentliche Wahlen standen dieses Jahr nicht auf der Traktandenliste. Als Ersatz für die aus dem Vorstand ausscheidenden Xaver Allemann (Assa Abloy), Charlotte Froehlicher (Fraisa) und Felix Heimgartner (Härterei Gerster) wurden neu Martina Gerster (Härterei Gerster), Thomas Kissling (Migros Neuendorf) und Rolf Riechsteiner (BSB Ingenieure und Planer) einstimmig gewählt.

Optimistischer Zukunftsblick

Zum Abschluss gab sich Zukunftsforscher Georges Roos unter dem Titel «2037 – disruptive Szenarien» erfrischend optimistisch. «In nur 10 Jahren haben die Smartphones unser Leben total verändert. Und mit dem Internet der Dinge wird dies gleich so weitergehen. Aus big Data wird huge Data. Künstliche Intelligenz wird unvorstellbare Mengen an unstrukturierten Informationen verarbeiten und die weltweite Produktivität um 30 Prozent steigern», sagte Roos. «Die positive Entwicklung bei Einkommen und Gesundheit wird weiter gehen. Die Welt ist besser als ihr Ruf.»

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