Der gestalterische Ausdruck bei Silvia Loevenich Frey ist inzwischen vertraut: Zarte Tonfiguren in entrückten wie filigranen Haltungen. Ein wenig theatralisch in den Posen die einen, sinnbildhaft inszeniert andere, wie aus einem Gedicht oder einer Novelle entsprungen. Denn die 1968 geborene Solothurnerin verleiht diesen Figuretten einen Hauch beseelter Körperlichkeit aus einer Welt romantisch verspielter Geschichten. Mit wohlgeformter Harmonie, gekleidet in lichte Nuancen, bespielt Silvia Loevenich mit den fein abgestimmten Gesten, den subtil ausgearbeiteten Details eine elegische Sinnlichkeit.

Wie anders hingegen zeigen sich ihre neuen Arbeiten aus hoch gebranntem Ton, wenn sie sich ganz auf die Einfachheit der ursprünglichen Form, auf das Schlichte archetypischer Gefässe und Objekte konzentriert. Die Vasen sind unprätentiöse, schnörkellose Urformen in traditioneller Aufbautechnik, deren Funktion eindeutig ist. Während die archetypischen Boote von Überfahrten als Metapher des Lebens erzählen. Oder die grossen Löffel, die an mittelalterliche, aus Holz geschnitzte Gerätschaften denken lassen. Ist das wirklich hölzern, hier in dieser irdenen Werkschau? Auch wenn der erste Eindruck täuscht offenbart das genaue Hinschauen: Auch diese Objekte sind aus hoch gebranntem Ton geschaffen.

Es ist die absolut einfachste Ausformung, die leicht porös wirkende, an dezente Maserungen erinnernde Oberfläche, die für spannende Augenblicke sorgt. Mit den Variationen von Schwalbenschwanz-Verpuppungen dann spielt die Künstlerin mit der Natur als überraschende Verhüllung unerwarteter Schönheit einer farblich schönen Imagination.

Tiere spielen die Hauptrolle

Die Solothurnerin Andrea Brun hat sich mit ihren Öl- und Acrylwerken ganz der figürlichen Malerei verschrieben. Neben Porträts, am liebsten eher spezieller Typen, spielen bei der ausgebildeten und in Solothurn tätigen Sozialpädagogin Tiere eine wichtige Rolle. Aber es sind beileibe nicht einfach realistische Tieridyllen, die Andrea Brun hier präsentiert. Es sind einfallsreiche Geschichten, Bild gewordene Zitate, süffisante Inszenierungen, die einerseits ihre Affinität zu Tieren und darüber hinaus die Tiere als originelle Persönlichkeiten beschreiben, um andererseits menschliches Verhalten im Tier schräg zu interpretieren.

Da ist das ertappt blickende gescheckte Pferd, das sich unerlaubt auf einem antiquierten Sofa fläzt, welches unter seinem Gewicht zusammenbricht; der Vogel Strauss, der sich eitel im Rampenlicht aufplustert; das Schaf als Schaukelpferd, brav gesattelt; der Fuchs pirscht elegant auf dem Seil; das Lama baut sich mächtig auf dem gefliesten Küchenboden auf.
All diese Tiere, die eigentlich für bestimmte tierische Verhaltensweisen stehen, vereinen in ihrer durchaus wirkungsvollen Figürlichkeit, zentriert vor zurückhaltenden, gleichwohl fantasievollen Interieurs, eine malerische Fähigkeit und Originalität, die sich die autodidaktische Künstlerin im Laufe der vergangenen zehn Jahre kontinuierlich angeeignet hat. Das jeweilige Fell gibt sich akkurat fellig, plüschig, gestriegelt. Die Federn sind gespreizt, die lebendigen Augen blicken die Betrachtenden unmittelbar an und suchen den Kontakt mit dem verblüfften Gegenüber.

Und die Räume und Kabinette, in denen sich all diese Episoden abspielen, sind wie Bühnenkulissen plüschiger Boulevardstücke gestaltet. In diesen gestalterisch austarierten Choreografien zeigt sich die einstige Grafikerin und Gestalterin Andrea Brun, deren Arbeiten bereits an einer Jahresausstellung in Solothurn zu sehen waren.

Bis 11. November. Geöffnet: Mi und Do 16–19 Uhr, Sa und So 14–18 Uhr.
Vernissage am Samstag, 17 Uhr. Matinée-Konzert mit Kilian Ziegler, Slampoet, und Samuel Blatter, Klavier, am 28. 10., 11 Uhr.