Die Ferienorte am Roten Meer gelten als Eldorado für Taucher, sind berühmt für ihre herrlichen Strände sowie ihre schöne und gleichzeitig erschwingliche Hotellerie. Gestern Mittag hat jetzt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Reisehinweise verschärft: Per sofort wird aufgrund der angespannten politischen Lage in Ägypten generell von Reisen dorthin abgeraten. Also nicht nur – wie bereits seit Anfang Juli –  von Reisen nach Kairo und in die grösseren Städte, sondern eben auch von Reisen ans Rote Meer. Das aber geht auch an den Reiseanbietern in der Region nicht ganz spurlos vorbei.

Alternativen: Nicht immer einfach

«Wir nehmen von uns aus Kontakt auf mit all jenen, die eine Reise ans Rote Meer gebucht haben, und bieten ihnen eine Alternative an», sagt Petra Hubler, Inhaberin von «el travel» in Biberist. Wer auf eine Umbuchung verzichten will, kann seine Reise auch stornieren. «Sowohl eine Umbuchung als auch eine Annullation sind bei Buchungen mit Abflügen bis und mit 20. September spesenfrei möglich», sagt Petra Hubler. Sie folgt damit einer Regelung der drei grossen Schweizer Reiseveranstalter Kuoni, Hotelplan und Tui, mit denen auch die regionalen Anbieter zusammenarbeiten.

Bei «el travel» in Biberist betreffen die neuen Reisehinweise des Bundes aber nur wenige Buchungen. Petra Hubler: «Bereits in den letzten Monaten haben wir die schwierige Lage in Ägypten im Gespräch mit unseren Kunden thematisiert.» Und all jene, die kurz vor dergeplanten Abreise keine böse Überraschung erleben wollten, hätten sich denn auch häufig für ein anderes Reiseziel entschieden. «Die Vorfreude auf eine Reise spielt eine grosse Rolle», betont die Reisefachfrau. Zudem sei es nicht immer einfach, den Kunden rasch eine gute Alternative anzubieten.

Auch Erich von Däniken betroffen

Ähnlich wie bei «el travel» in Biberist verzeichnet auch das Reisebüro Vasellari AG in Grenchen nur «sehr wenige Buchungen für Ägypten», wie Inhaber Rolf Probst feststellt. «Potenziell Interessierte sind aufgrund der aktuellen Lage eher zurückhaltend.» In den nächsten Tagen werde er die Kunden mit einem Reisevertrag für Ägypten kontaktieren und auf die Reisehinweise aufmerksam machen. Und auch für die Vasellari AG in Grenchen gilt: Gekaufte Reisen können spesenfrei annulliert oder umgebucht werden.

Rolf Gertsch von der Vasellari AG in Solothurn bereitet derzeit vor allem die Organisation einer Reise Kopfzerbrechen: Erich von Däniken, Experte für Ausserirdische, will mit einer grösseren Gruppe vom 21. September an «sagenhafte Orte» in Ägypten und Jordanien bereisen. Bis jetzt habe, so Gertsch, noch niemand abgesagt. Dies, obwohl die Reise zum Teil an Orte gehen soll, die vom EDA bereits seit Anfang Juli als Gefahrenzonen bezeichnet werden. Aufgrund der sich weiter verschlechternden Sicherheitssituation müsse man jetzt aber wohl eine alternative Reiseroute in Betracht ziehen, meint der Inhaber der Vasellari AG in Solothurn. Und: «Jene, die nicht daran interessiert sind, können die Reise natürlich kostenlos annullieren.»