Das neue Jahr brachte der Solothurner Exportindustrie keine Entspannung. Im Gegenteil. Die Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sind im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat erneut eingebrochen. Sie sanken um 25 Prozent auf rund 307 Mio. Franken, wie Christian Hunziker, stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer, auf Anfrage meldet. Im Vergleich zur Gesamtschweiz ist das ein sehr schlechtes Ergebnis. Denn landesweit sind die Exporte im ersten Jahresmonat nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung nur um 1 Prozent auf 16,3 Mrd. Franken gesunken. Nach den teils starken Einbrüchen im 2015 sei dieses Minus aber vergleichsweise moderat, schreibt die Zollverwaltung.

Ganz anders im Solothurnischen. Der Rückgang im Januar ist sogar noch höher als im vierten Quartal 2015 mit einem Minus von 21 Prozent. Weiterhin litten unter dem starken Franken und der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft die beiden mit Abstand wichtigsten Exportbranchen. Die Verkäufe im Bereich Maschinen, Apparate, Elektronik sanken um 18 Prozent, jene im Bereich Präzisionsinstrumente, Uhren, Bijouterie haben sich gar halbiert. Auch die Aufgliederung nach Absatzmärkten zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Während die Exporte im ganzen 2015 nach Nordamerika noch 13 Prozent stiegen, sind dieses im Januar 2016 um 16 Prozent zurückgegangen. Nach Asien haben die Verkäufe aus dem Kanton Solothurn gar um 48 Prozent abgenommen.

Hunziker vermag die miserablen Zahlen auch nicht schlüssig zu erklären. Eine Interpretation von einzelnen Monatsergebnissen sei schwierig und es sei keine Tendenz ablesbar. Nach wie vor geht er davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im Kanton Solothurn in der zweiten Jahreshälfte verbessern werde.