Storchensiedlung
Die Störche sind zurück, trotz tiefstem Winter

In der Region Solothurn kehren langsam aber sicher die Störche zurück. Dennoch stellen für sie die dicke Schneedecke und die frostigen Temperaturen kein Hindernis dar.

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Die Störche in der Region Solothurn kehren allmählich zurück. (Archiv)

Die Störche in der Region Solothurn kehren allmählich zurück. (Archiv)

Keystone

Die Störche in der Region Solothurn kehren allmählich zurück. Doch finden die Tiere unter der dicken Schneeschicht genügend Nahrung und setzen ihnen die tiefen Temperaturen nicht zu? Andreas Steinmann vom Infozentrum Witi versichert: «Seitdem Dr. Bloesch (siehe Kasten unten) seine Wiederansiedlungsversuche gemacht hat, wissen wir, dass Störche ohne Probleme auch in harten Wintern bei uns bleiben können. Sie finden ihre Nahrung entlang von Gewässern oder auch an nicht zugefrorenen Teichen.»

Wer zudem gedacht hat, dass Störche ein in unseren Gefilden heimischer Vogel sei, den belehrt Andreas Steinmann eines besseren: «Der Storch ist nach heutiger Ansicht ein afrikanischer Steppenvogel, dessen Ausbreitungsgebiet sich erst nach der Besiedlung von Europa zu uns ausgedehnt hat.» Dennoch: «Einzelne Tiere bleiben auch im Winter bei uns. Das Gros zieht immer noch jedes Jahr nach Afrika. Wer weiss, vielleicht verliert sich dieses Zugverhalten in einigen Jahrhunderten oder Jahrtausenden.»

Vielleicht können Storchenliebhaber also schon bald ihre Liebsten auch an Weihnachten betrachten? (mru)

Wer war Dr. Bloesch?

Max Bloesch wurde als Sohn eines Buchhalters in Olten geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Solothurn und der Ausbildung zum Turnlehrer an der Universität Basel wirkte er zunächst als Lehrer an der Gesamtschule im Weiler Huggerwald in der solothurnischen Gemeinde Kleinlützel und danach als Hilfsturnlehrer an der Kantonsschule Winterthur. Seit 1935 war Bloesch Turnlehrer an den Stadtschulen Solothurn. Der Ehe von Max Bloesch mit Aline Hottiger († 1977) entsprossen drei Töchter und ein Sohn.


Einsatz als Storchenvater

Schon während seiner Zeit am Lehrerseminar widmete sich Max Bloesch der Vogelbeobachtung, wobei er ein besonderes Interesse für die Störche entwickelte. Da Bloesch feststellen musste, dass der Storch in der Schweiz dem Aussterben nahe war, fasste er den Entschluss, eine Storchensiedlung aufzubauen. Diese entstand ab 1948 in Altreu in der solothurnischen Gemeinde Selzach, zuerst mit Störchen aus dem Elsass und aus der Tschechoslowakei, dann mit einer grösseren Anzahl von Jungstörchen aus Algerien. Um 1950 galt der Storch in der Schweiz als ausgestorben. Durch die Storchen-Mutterstation in Altreu und mit der Zeit 22 Aussenstationen zwischen Genfer- und Bodensee konnte Bloesch jedoch erreichen, dass sich der Storch in der Schweiz wieder dauerhaft niederliess. In Bloeschs Todesjahr 1997 wurden landesweit 170 Brutpaare gezählt. Für seine Verdienste als Storchenvater wurde Bloesch 1983 mit einem Ehrendoktor der Universität Bern ausgezeichnet. 1986 erhielt er den Adele-Duttweiler-Preis.

Quelle: wikipedia.ch