Neues Recht
Die Steuern sinken im Kanton auf breiter Front

Mit dem neuen Steuerrecht profitieren nächstes Jahr nicht nur natürliche Personen sondern auch Vermögende und Unternehmen von Steuerreduktionen.

Stefan Frech
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Allen natürlichen Personen und Unternehmen wird nächstes Jahr das Ausfüllen der Steuererklärung etwas leichter von der Hand gehen.om

Allen natürlichen Personen und Unternehmen wird nächstes Jahr das Ausfüllen der Steuererklärung etwas leichter von der Hand gehen.om

Ab 2012 zahlen alle Solothurnerinnen und Solothurner vier Prozent weniger Staatssteuern. Das hat der Kantonsrat in der Budgetdebatte von Mitte Dezember beschlossen. Zusätzlich dürfen sich Vermögende und Unternehmen freuen: Am 1. Januar 2012 tritt die zweite Tranche der vom Stimmvolk 2007 beschlossenen Steuergesetzrevision in Kraft. Die Vermögenssteuer (für Wertschriften, Häuser, Autos, Lebensversicherungen usw.) wird nach 2008 zum zweiten Mal stark reduziert.

Steuerbare Vermögen bis 50000 Franken werden künftig nur noch mit 0,75 Promille besteuert (bisher 1,00); für die nächsten 50000 Franken beträgt der Steuersatz 1,00 Promille (1,50), für die weiteren 50000 Franken 1,25 (2,00) Promille. Für steuerbare Vermögen ab 150000 Franken beträgt die Steuer 1,0 Promille (bisher 1,5).

Sehr attraktiv für Vermögende

«Im Gegensatz zur Einkommenssteuer ist die Belastung für Vermögen im Kanton Solothurn bereits heute recht moderat», sagt Hansjörg Stöckli, Leiter Region Mittelland bei der BDO AG und Vorstandsmitglied der Solothurner Handelskammer. «Mit der auf den 1. Januar 2012 beschlossenen Reduktion wird Solothurn in die vordere Hälfte der Kantone vorrücken.» Wer beispielsweise ein Vermögen von 500000 versteuert, bezahlt laut Stöckli ab 2012 (je nach Gemeinde unterschiedlich) rund 1100 Franken an Vermögenssteuern, während es bisher rund 600 Franken mehr waren.

Auch Kapitalgesellschaften und Genossenschaften dürfen die nächste Steuerklärung mit einem besseren Gefühl ausfüllen: Die Gewinnsteuer beträgt zwar weiterhin 5 Prozent auf den ersten 100 000 Franken, auf dem verbleibenden Reingewinn sinkt jedoch die Steuer von 9 auf 8,5 Prozent.

Im Mittelfeld

Hansjörg Stöckli von der BDO nennt ein Beispiel: Bei einem steuerbaren Gewinn von 1 Mio. Franken zahlte eine Aktiengesellschaft bisher rund 282000 Franken an Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern (Stadt Solothurn). «Neu werden es rund 10000 Franken weniger sein. Die Entlastung ist damit bescheiden, jedoch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung», sagt Stöckli. Im Quervergleich mit anderen Kantonen bleibe Solothurn damit bei den juristischen Personen im Mittelfeld.

Der zweite Teil der Steuergesetzrevision bringt dem Kanton insgesamt Ertragsausfälle von 12 Mio. Franken, den Gemeinden 14 Mio. Franken. Durch die eingangs erwähnte Senkung des Staatssteuerfusses für natürliche Personen um vier Prozentpunkte entgehen der Staatskasse nochmals Steuereinnahmen in der Höhe von 22,3 Mio. Franken.

Bei den Steuern kommt 2012 eine weitere Neuerung auf die Steuerzahler zu: Wer seine Steuererklärung nicht fristgerecht einreicht, wird nur noch eine erste Mahnung erhalten – mit einer Gebühr von 60 statt bisher 50 Franken. Reicht er seine Steuererklärung trotzdem nicht ein, erhält er keine zweite Mahnung mehr, sondern direkt eine Busse.