Maskenpflicht

Die Sozialregionen im Kanton Solothurn übernehmen Maskenkosten für Sozialhilfebezüger

Trotz Pflicht können sich längst nicht alle täglich neue Hygienemasken leisten. (Archiv)

Trotz Pflicht können sich längst nicht alle täglich neue Hygienemasken leisten. (Archiv)

Die 13 Sozialregionen im Kanton Solothurn kommen Sozialhilfebezügern bei den Kosten der Masken entgegen.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt bald seit zwei Wochen. Wer täglich pendelt, gibt wöchentlich rund 10 Franken für Hygienemasken aus. Bei einer vierköpfigen Familie macht das rund 160 Franken pro Monat, knapp gerechnet. Für Familien, die von der Sozialhilfe leben, ist das viel Geld. Einige Kantone kommen ihnen daher mit gratis Masken oder mir Rückerstattung der Kosten entgegen. Da gliedert sich auch der Kanton Solothurn ein.

Die 13 Sozialregionen von Solothurn halten sich dabei an die Vorgaben der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos): Diese empfiehlt, die Kosten für die Masken über «situationsbedingte Leistungen» abrechnen zu lassen. Darüber werden in der Regel Auslagen, wie besondere Berufskleidung oder Transportkosten für eine medizinische Behandlung, beglichen. Damit fallen die Kosten nicht unter den Grundbedarf der Sozialhilfebezüger. Die Unterstützung bei den Masken ist allerdings an Bedingungen geknüpft, wie Sandro Müller, Leiter des kantonalen Amts für soziale Sicherheit mitteilt. Die Sozialhilfebezüger müssen den Nachweis erbringen, dass sie auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind. Das kann aus beruflichen oder medizinischen Gründen sein, wegen Integrationsmassnahmen oder Schulkinder über 12 Jahren betreffen. Wie die Sozialregionen die Vorgaben der Skos umsetzen, sei ihnen selbst überlassen, sagt Müller. Es gebe keine Vorschrift.

Noch nicht proaktiv informiert

Laut dem Präsidenten der Sozialregionen-Konferenz, Etienne Gasche, sei im Kanton Solothurn nicht vorgesehen, Masken direkt an die Sozialhilfebezüger abzugeben. Im Wasseramt beispielsweise würden die Kosten gegen Abgabe der entsprechenden Quittungen ausbezahlt. Bisher sei es aber nur vereinzelt dazu gekommen. Dabei seien die Kosten für eine handelsübliche 50er-Packung Masken ausbezahlt worden. Als Grund für die niedrige Nachfrage nennt er, dass die betroffenen Sozialhilfebezüger noch nicht proaktiv informiert worden seien. «Die betroffenen Klienten der Sozialregion Wasseramt werden mit der Zustellung der Auszahlungsbelege Ende des Monates gezielt informiert werden», sagt er. Es liege aber im Ermessen der jeweiligen Sozialregionen, ob und in welcher Form die Klienten informiert werden.

Auch die Caritas Kanton Solothurn kommt ihrer Klientel mit den Masken entgegen. Wie Emil Inauen, stellvertretender Geschäftsleiter der Caritas Solothurn mitteilt, stellen sie jeweils jedem Kunden der Märkte sowie Leuten, die in die Sozialberatung kommen, Masken zur Verfügung. Man sei bei der Abgabe unkompliziert. Gleichzeitig aber relativiert Inauen das Thema: «Wenn jemand mit dem Zug in die Sozialberatung in Solothurn muss, dann zahlt er allein für das Billett den fünffachen Preis der Masken.» Wichtiger sei daher Beratung und finanzielle Unterstützung.

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