Jahresversammlung
Die Solothurner Trachtengemeinde ist aktiv

Das Tätigkeitsprogramm des Solothurner Trachtenverbands ist abwechslungsreich und reizvoll. Es könnte durchaus auch jüngere Leute ansprechen.

Benildis Bentolila
Merken
Drucken
Teilen
Präsidentin Barbara Luder (l.) sprach Vorstandsmitglied Ursula Hofmann den Dank für die langjährige Mitarbeit aus.

Präsidentin Barbara Luder (l.) sprach Vorstandsmitglied Ursula Hofmann den Dank für die langjährige Mitarbeit aus.

Benildis Bentolila

«Herzlich willkommen auf der richtigen Seite des Bergs», begrüsste Gemeindepräsident Simon Esslinger, Seewen, die Teilnehmer der Delegiertenversammlung des Solothurner Trachtenverbands im Schulhaus Zelgli. Die Mitglieder der Trachtengruppe Seewen, unter ihrer langjährigen Präsidentin Bernadette Grolimund, hatten den Anlass liebevoll organisiert.
Das Jahresprogramm ist vielfältig und anregend.

So findet vom 30. September bis 6. Oktober die Fiescher Brauchtumswoche statt. Sie wird angepriesen mit einer Woche Volkskultur im farbenfrohen Oberwalliser Herbst. Bald darauf lädt die Trachtenvereinigung Solothurn Stadt ein zur ersten Volkstanzgala in Solothurn, nämlich am 20. Oktober. «Die Leidenschaft zum Volkstanz bewegt uns», hielt Theres Munzinger, Präsidentin Volkstanzkommission, fest, «neue Wege zu gehen.» An diesem Abend werden nicht nur Trachtenleute, sondern auch Tango-, Latin- und BoogieWoogie-Tanzende auftreten.

«Es gilt, das Trachtenwesen wieder in städtische Gegenden zu holen», sagte Verbandspräsidentin Barbara Luder. Die Nachwuchsprobleme bestünden eher in diesen Gegenden, denn die Verbundenheit mit dem Schweizer Brauchtum sei bei der jüngeren Generation nicht mehr stark vorhanden.

Auf die Frage, ob vielleicht auch die hohen Kosten für eine Tracht Leute abhalten würden, einer Gruppe beizutreten, verneinten die Anwesenden. Zu Beginn könne ein Trachtenkleid an einer Börse erworben werden. Am 31. August und 1. September wird eine solche in Oensingen durchgeführt. Zusätzlich gebe es Nähkurse für Trachten.

Trachtentänze sind wie Jodellieder: Sie werden im ganzen Land gleich getanzt, wie Jodellieder überall gleich gesungen werden. So können Tänzer und Tänzerinnen an jedem Fest und Heimatabend spontan mitmachen. Es ist dies ein wichtiger Faktor für das Zusammengehörigkeitsgefühl. Tanzen muss man zudem auswendig lernen, denn man kann sich nicht wie beim Musizieren auf ein Notenblatt abstützen. «Das bedeutet», sagt Bernadette Grolimund, « dass Trachtentanz nicht nur gut ist für das körperliche Wohlbefinden, sondern auch für den Geist und das Hirn.» Kantonale Tanzleiterpaare besuchen zweimal jährlich Weiterbildungskurse. Die erlernten Schritte geben sie weiter an die regionalen Tanzleiter und Tanzleiterinnen. Diese wiederum lehren ihre eigene Gruppe.