Kantonalturnfest
«Die Solothurner können feschte»: Im Niederamt wächst die Freude aufs kantonale Turnfest

Im Interview erzählt der Lostorfer Rolf Kristandl, OK-Präsident des Solothurner Kantonalturnfests in Gösgen, welche Planungsschwierigkeiten es gibt, warum das Fest im Niederamt stattfindet und wie er zum Turnen kam.

Kelly Spielmann
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Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen für das Turnfest?

Wir laufen in die Zielgerade ein. Seit dem 3. Dezember 2017 kennen wir die definitiven Anmeldezahlen, was für den weiteren Planungsverlauf sehr wichtig war. Nun können die Zeit- und Wettkampfpläne erstellt werden. Zu Jahresende haben wir die Anlassbewilligung an den Kanton eingereicht, wofür sämtliche Konzepte und Planungen mehrheitlich abgeschlossen werden mussten. Mit grosser Freude dürfen wir feststellen, dass wir auf Kurs sind.

Wie sieht der Fahrplan bis im Juni aus?

Bis Mitte Februar werden die genauen Wettkampf- und Zeitpläne erstellt. Ebenfalls sind wir an der Ausarbeitung der Festzeitung und des Rahmenprogramms, bevor es dann an die Vermarktung des Unterhaltungsteils geht. Ab dem 1. Juni geht es dann an den Bau der Anlagen und das Erstellen der Infrastrukturen. Die Arbeit geht uns also noch nicht aus (lacht).

Was sind die grössten Herausforderungen beim Planen und Vorbereiten des Turnfests?

Zuerst mussten wir mit den verschiedenen Landwirten verhandeln, ob wir die für das Fest benötigten Parzellen überhaupt bekommen. Dies hatte zur Folge, dass diese die Fruchtfolgeplanung umgestalten mussten, damit auf das Jahr 2018 Futtergras angesät wurde und die Parzellen somit für den Wettkampfbetrieb vorbereitet sind. Erfreulicherweise haben diese von Beginn weg Hand geboten. Weiter war es auch eine Herausforderung, die entsprechenden Ressorts mit geeigneten Personen zu besetzen. In den Haupt- und Sub-Ressorts stehen 64 Personen in verschiedenen Funktionen im Einsatz

 Rolf Kristandl ist Präsident des Organisationskomitees für das diesjährige Kantonalturnfest in Gösgen. Er wird dieses Jahr 50 und wohnt zusammen mit seiner Frau Gabriela und seiner Tochter Kim in Lostorf. Von Beruf ist Rolf Kristandl Privatkundenberater bei der Baloise Bank SoBa AG in Olten.

Rolf Kristandl ist Präsident des Organisationskomitees für das diesjährige Kantonalturnfest in Gösgen. Er wird dieses Jahr 50 und wohnt zusammen mit seiner Frau Gabriela und seiner Tochter Kim in Lostorf. Von Beruf ist Rolf Kristandl Privatkundenberater bei der Baloise Bank SoBa AG in Olten.

Zur Verfügung gestellt

Nach den doch schweren Ereignissen mit dem Sturm am vergangenen Eidgenössischen Turnfest in Biel war natürlich die Sicherheit auch ein grosses Thema. Wir haben die Chance genutzt und zusammen in Gesprächen mit dem damaligen Geschäftsführer diverse Vorkehrungen getroffen und entsprechende Notfallkonzepte und Evakuationspläne erstellt. Nun hoffen wir aber selbstverständlich auf schönstes Wetter und dass wir von solchen Ereignissen verschont bleiben.

Weshalb wurde für das Kantonalturnfest der Standort Gösgen ausgewählt?

Es war einfach an der Zeit, dass Gösgen und das Niederamt von seiner besten Seite gezeigt und über die Kantonsgrenzen hinweg bekannt gemacht wird. Es ist schon 18 Jahre her, als Olten im Jahr 2000 der letzte regionale Austragungsort war. Auch ist das Gelände um die Kreisschule Mittelgösgen gut dazu geeignet. Beste Voraussetzungen also für ein Fest der kürzesten Wege. Was will man mehr?

Inwiefern unterscheidet sich das Kantonalturnfest 2018 von früheren Kantonalturnfesten?

Das Angebot in diesem Sinne hat sich in den letzten Jahren nicht gross verändert. Wir dürfen sagen, dass wieder mehr geturnt wird. Wir haben mehr Anmeldungen in den Kerndisziplinen als in den Spielen. Das ist eine schöne Tendenz. Was uns ebenfalls stolz macht: dass sich 40 Gastsektionen aus der ganzen Schweiz angemeldet haben. Unter Berücksichtigung, dass in diesem Jahr schweizweit 13 grosse Turnfeste stattfinden, ist dies eine schöne Zahl und eine deutliche Steigerung gegenüber 2012. Dies ist sicher auch ein Verdienst der vergangenen Organisatoren, welche schöne und nachhaltige Turnfeste organisiert hatten. Die Solothurner können eben «feschte» (lacht).

Impressionen vom Eidgenössischen Turnfest in Biel

Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.
23 Bilder
Grosse Zerstörung nach dem kurzen aber heftigen Sturm auf dem Turnfest-Gelände in Biel.
Grosse Zerstörung auf dem Turnfest-Gelände nach dem kurzen aber heftigen Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Zweiter Horror-Sturm wütet am Eidgenössischen Turnfest in Biel.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Stühle stecken im Schlamm fest.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.

Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.

Hr. Aeschbacher

Ist der Turnsport im Niederamt besonders verankert?

In den Kerndisziplinen des Turnens weisst der obere Kantonsteil sicher stärkere Vereine auf. Dies soll aber nicht heissen, dass wir im Niederamt schwächer aufgestellt sind, überhaupt nicht. Wir haben ebenfalls sehr starke Vereine, welche sich bestens präsentieren, dies einfach in anderen Sparten. Besonders unsere Trägervereine STV Lostorf, STV Obergösgen, STV Stüsslingen und der TV Dulliken leisten hervorragende Arbeit und weisen immer wieder tolle Resultate aus. Die Niederämter Vereine sind sehr aktiv und haben dies in der Vergangenheit auch schon in der Organisation verschiedener regionaler und kantonaler Anlässe unter Beweis gestellt.

Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Vereinen in der Region?

Wie es ein solcher Grossanlass verlangt, hatten wir schon früh den Kontakt zu den örtlichen Behörden gesucht. Diese standen von Beginn weg zu 100 Prozent hinter diesem Fest, was unsere Arbeit natürlich einfacher macht. Dass mittlerweile verschiedene Behördenvertreter in unserer Organisation Einsitz haben, macht den Informationsaustausch wesentlich einfacher. Der Kontakt zu den Vereinen ist auch sehr gut.

Welche Relevanz hat das Fest in Ihren Augen für die Region?

Wir hoffen natürlich eine möglichst grosse. Unser Ziel ist, dass das Turnfest und somit das Niederamt weit über die Kantonsgrenzen hinweg einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Aus diesem Zweck arbeiten wir auch mit Olten Tourismus zusammen, um unsere Region bestens präsentieren zu können.

Wie ist es heute um die Turnvereine im Kanton bestellt?

Ich denke, die Vereine sind grösstenteils stark aufgestellt. Sicher gibt es auch Vereine, welche ums Überleben kämpfen. Aber dies ist nicht nur in der Turnszene so, sondern zu einem Gesellschaftsproblem geworden. Eine Vereinsmitgliedschaft trägt auch gewisse Verpflichtungen mit sich, was viele nicht mehr wollen. Glücklicherweise stelle ich aber fest, dass es ganz viele Vereine gibt, welche zahlreichen Nachwuchs haben. Hier gilt es, innovativ zu sein, das Angebot entsprechend den Bedürfnissen anzupassen und die Jungen in Entscheidungen und Verantwortungen im Vereinsleben einzubinden.

Wie kamen Sie zum Turnsport und zum Amt des OK-Präsidenten?

In den Turnsport kam ich eigentlich durch meine Frau. Sie war im Faustball eine sehr aktive Sportlerin und gehört, wie ich auch, dem STV Obergösgen an. Via Turnverein kam ich dann per Zufall zum Solothurner Turnverband SOTV, wo ich über 15 Jahre im Vorstand Einsitz hatte, davon 6 Jahre als Kantonalpräsident. In diesem Zusammenhang habe ich zwei Turnfeste , das in Solothurn und das in Balsthal, hautnah miterleben dürfen. Es ist ein einmaliger Verband mit grossartigen Turnfesten mit einer ausgelassen, friedlichen Stimmung. Somit wurde ein Kantonalturnfest im Niederamt zu einem Traum, welcher nun kurz vor der Realisierung steht. Wie unser Turnfestmotto «Us Liebi zum Torne» eben.

Welche Aufgaben umfasst Ihr Amt?

Sehr viele (lacht). In erster Linie umfasst dies die Führung des Kern-OKs mit seinen monatlichen Sitzungen. Repräsentationsaufgaben gegen aussen sind natürlich auch ein wesentlicher Aufgabenbereich, wie auch die Kontaktpflege zu Sponsoren, Behörden und weiteren Institutionen. Das Finanz- und Termin-Controlling ist auch ein dauerndes Thema. Im Weiteren habe ich noch Einsitz im Ressort Sponsoring, um Unterstützung in der Sponsorenakquisition zu bieten oder Türen zu potenziellen Sponsoren öffnen zu können. Um die Koordination unter den einzelnen Ressorts bewältigen zu können, haben wir einen Führungsausschuss gebildet, wo ich grosse Unterstützung durch die beiden Vizepräsidenten Peter Frei und Christian Hug, beide aus Obergösgen, sowie unseren Finanzchef Andreas Wermuth aus Lostorf erfahren darf. Dies erleichtert die Arbeit doch erheblich.

Das diesjährige Kantonalturnfest findet vom 15. bis zum 17. und vom 22. bis zum 24. Juni auf dem Areal der Kreisschule Mittelgösgen statt. Mehr Informationen zum Fest und zum Programm gibt es unter www.ktf18-so.ch.

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