Tourismuspreis Kanton Solothurn
Die Solothurner Filmtage gewinnen den diesjährigen Tourismuspreis

Für den Solothurner Tourismuspreis waren der Seilpark Balmberg, die Solothurner Filmtage sowie das Steinmuseum für Blinde nominiert. Das Rennen gemacht haben schliesslich die Filmtage. Sie gewinnen den mit 5000 Franken dotierten «Tourismus-Oscar».

Urs Amacher
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Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer umrahmt von Erich Egli (Präsident Kanton Solothurn Tourismus), Bele Schmid (Seilpark Balmberg), Dieter Bedenig (Steinmuseum Solothurn) und Jürgen Hofer (Geschäftsführer Kanton Solothurn Tourismus).
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Die Verleihung fand im Oltner Stadttheater statt
Jurymitglied Martin Volkart und Moderator Rhaban Straumann
Vergabe des Tourismuspreises Kanton Solothurn

Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer umrahmt von Erich Egli (Präsident Kanton Solothurn Tourismus), Bele Schmid (Seilpark Balmberg), Dieter Bedenig (Steinmuseum Solothurn) und Jürgen Hofer (Geschäftsführer Kanton Solothurn Tourismus).

Bruno Kissling

Am Dienstagabend konnte Seraina Rohrer, die Direktorin der Solothurner Filmtage, den Solothurner Tourismuspreis 2013 entgegennehmen. «Die Filmtage sind der wichtigste wiederkehrende Anlass in Solothurn – und zwar für Fremde und Einheimische», sagte der Solothurner Stadtschreiber und ehemalige Filmtage-Geschäftsführer Hansjörg Boll in seiner Laudatio.

Die Region Solothurn habe weder ein Matterhorn noch Sandstrände, aber neben einer günstigen Verkehrslage innovative Kulturinstitutionen und eine lebendige Kultur.

Warum Solothurn?

Die Solothurner Filmtage sind nach Locarno das zweitälteste Filmfestival und das bedeutendste für den Schweizer Film. Seit 1966 wird eine repräsentative Auswahl von Schweizer Spiel-Dokumentar- und Kurzfilmen gezeigt. Die Filmvorführungen sind eingebettet in ein Rahmenprogramm mit Workshops, Podiumsveranstaltungen und Gesprächsrunden. Im Januar 2013 ging bereits die 48. Auflage in Reithalle, Landhaus oder Kinosälen über die Bühne. Die Filmtage stünden auch dafür, dass Kultur nicht nur dort stattfindet, wo die grössten Kulturpaläste sind, schloss Hansjörg Boll.

Insgesamt hatten sich 18 Projekte um den mit 5000 Franken dotierten Tourismus-Oscar beworben, berichtete Jürgen Hofer, der Geschäftsführer von Kanton Solothurn Tourismus. Eine dreiköpfige Fachjury, bestehend aus den Tourismusfachleuten Ursula Rütter, Roland Berger und Martin Volkart, erstellte in einem mehrstufigen Verfahren eine Shortlist mit drei Nominierten. In die Endausmarchung schafften es neben den Filmtagen der Seilpark Balmberg und das blindengerechte Steinmuseum Solothurn.

In luftiger Höhe von Baum zu Baum

Der Seilpark Balmberg gilt als einer der grössten Seilparks der Schweiz. Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen können sich hier in luftiger Höhe von Baum zu Baum bewegen. Der Seilpark Balmberg verfügt über zehn Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden; diese führen in Höhen bis zu zwanzig Metern. Unterwegs können sich die Kletterkünstler auf einer der 166 Plattformen in den Baumkronen ausruhen. Zu den beliebtesten Sportgeräten gehören bestimmt die «Monkey-Bäume», die man gesichert erklettert und an denen man sich dann aus 15 Metern Höhe abseilen kann, sowie die 100 Meter lange «Tyrolienne» (Seilbahn). Der von Bele Schmid initiierte Seilpark besteht seit 2006 und ist sicherheitszertifiziert. Verpflegungsmöglichkeiten bestehen am Seilpark-Kiosk und im Restaurant Mittlerer Balmberg. Vom Bahnhof Solothurn führt eine Postautolinie auf den Balmberg. Der Seilpark kann aber auch, beispielsweise vom Weissenstein aus, als Ziel einer Wanderung angepeilt werden.

Normalerweise gilt in Museen: nicht mit den Fingern schauen. Im Steinmuseum Solothurn hingegen ist das Berühren der ausgestellten Objekte erwünscht. Als erstes Museum der Deutschschweiz ist es blindengerecht eingerichtet.

Mithilfe der blinden Radiojournalistin Yvonn Scherer hat das Steinmuseum einen speziellen Audioguide geschaffen; Sehbehinderte können Kopfhörer beziehen und gesprochene Erläuterungen zu ausgewählten Ausstellungsstücken abrufen.

Arbeiten aus zwei Jahrtausenden

Damit werden die blinden Museumsbesucherinnen und -besucher aufgefordert, die jeweiligen Exponate abzutasten und mit den Fingern «anzusehen». Das Solothurner Steinmuseum zeigt Steinmetzarbeiten aus zwei Jahrtausenden und liegt mitten in der Altstadt, unmittelbar neben der Jesuitenkirche. Für den Tourismuspreis hat sich das Museum mit dem Projekt der Hörführung für Sehbehinderte beworben.

Den feierlichen Rahmen der Tourismuspreis-Verleihung bildete das Oltner Stadttheater. Rhaban Straumann moderierte den Anlass. Musikalisch umrahmt wurde die zweite Auflage des Solothurner Tourismus-Awards von der Sängerin Gabriela und Walter Grob am Vibraphon.

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