Im Kanton Solothurn ist wegen der starken Regenfälle Wasser in zahlreiche Keller eingedrungen. In Grenchen musste die Feuerwehr einen 200 Meter langen Graben bauen, um die Häuser im darunterliegenden Quartier zu schützen. Die Böden sind vom vielen Regen vollgesogen, da kann auch der eine oder andere kleinere Bach überlaufen.

Überschwemmung: Grenchner Feuerwehr leitet Wassermassen im Lingeritzquartier um

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Wer die grösseren Flüsse Aare und Emme beobachtet hat, hat gesehen: Es ist ganz schön viel Wasser daher gekommen. Zu viel? In Olten hat man nasse Füsse bekommen, wenn man sich zu nah an den Fluss gewagt hat. 

Links die Aare in Olten am Dienstagmorgen. Rechts der deutlich höhere Wasserstand am Abend zuvor.

Seit Dienstagmorgen ist der Pegelstand der Aare in Olten wieder gesunken. Auf Anfrage bestätigt die Feuerwehr Olten, dass am Montag vier Meldungen von Wasser in Gebäuden eingetroffen waren. Zu gravierenden Zwischenfällen sei es jedoch nicht gekommen.

«Auf die Bremse gestanden»

Beim Kanton beobachtet man die Situation genau. Vor allem das Einzugsgebiet der Aare, Emme und auch die Dünnern. Doch Gabriel Zenklusen vom Amt für Umwelt kann beruhigen.  «Mit der Regulierung am Bielersee sollten wir gut klar kommen», meint der Abteilungsleiter Wasserbauten. Im Regulierwehr wird geschaut, dass die sogenannte «Murgenthaler Bedingung» eingehalten wird. Das entspricht einer Abflussmenge von 850 m3/Sekunde – am Montagabend stieg diese auf über 800m3/Sekunde. 

Die Regulierer bei Biel müssen alle Zuflüsse einrechnen, wenn sie bestimmen, welche Menge Wasser die Aare hinab gelassen wird. «Am Morgen sind sie recht auf die Bremse gestanden. Dadurch haben wir zumindest auf Solothurner Boden keine Probleme», so Zenklusen.

Da rauscht es wie am Meer: Hoher Wasserpegel an der Aare in Olten

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Nach intensivem Dauerregen spitzt sich die Lage an den Gewässern des Kanton Solothurns zu. In Olten trat der Fluss an gewissen Stellen über die Ufer.

Auch die Emme habe «anständig Wasser», meint er. Problematisch wird es aber auch hier nicht. «Bei der Emme wird es flächendeckend erst kritisch, wenn die Abflussmenge zwischen 400 und 450 m3/Sekunde beträgt.» Derzeit sind es lediglich 200m3/s.

Die Wasserstände sollten die Schadengrenze also nicht erreichen. Massnahmen müssten nicht ergriffen werden, meint Gabriel Zenklusen. Man sei nicht in so hoher Alarmbereitschaft, um die Feuerwehren aufzubieten, um Dämme aufzubauen. Beobachtet werden müsse die Situation dennoch genau. «Das kann schnell gehen», gibt er zu bedenken. 

Mit den nachlassenden Regenfällen sollte sich auch die Wettersituation beruhigen. (ldu/hts)

Überschwemmungen drohen dem Mittelland

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Schneeschmelze und Dauerregen lassen das Wasser in den Schweizer Gewässern steigen. Wallbach und Brugg bereiten sich auf die Überschwemmung vor.