Das Thema Sicherheit auf Spielplätzen bewegt. Spätestens seit die Stadt Solothurn die Chantierwiese sperren musste. Dies weiss auch Roger Schmid, stellvertretender Leiter der Sicherheitsdelegierten bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu. Grundsätzlich sei die Sicherheitslage auf Schweizer Spielplätzen aber sehr gut, sagt er. Jährlich kommt es zu rund 9000 Unfällen mit Kindern und rund 2000 mit Erwachsenen auf Spielplätzen. «Wenn man bedenkt, wie viele Spielplätze und Kinder es in der Schweiz gibt, ist das eher wenig.» Ums Haus würde es gleichzeitig zu deutlich mehr Unfällen kommen.

Dies liege auch daran, dass neue Spielplatzgeräte der Produktsicherheitsgesetzgebung unterliegen, erklärt Schmid. Zudem bildet die bfu jedes Jahr in mehreren Kursen Personen bezüglich der Sicherheit auf Kinderspielplätzen aus.

Das Problem an der Spielplatzsicherheit sei, so Schmid, dass das Thema ein sehr emotionales sei. «Die Sicherheit von Kindern bewegt immer sehr schnell.» Schmid unterscheidet hier jedoch zwischen Bedarf und Bedürfnis. Optimierungsbedarf in Sachen Spielplatzsicherheit gebe es nicht. Aber es sei eben ein Bedürfnis in der Bevölkerung.

Knackpunkt Wartung

«Insbesondere bei älteren Spielplätzen stellen wir fest, dass die Wartung vernachlässigt wird», erklärt Schmid die Sicherheitsdefizite, die am häufigsten auftreten würden. Entweder würden Spielplätze zu wenig gewartet, oder aber es würde anschliessend kein Protokoll darüber geführt werden. 

Konkrete Mängel, die am häufigsten auftreten würden, seien Fangstellen. Also Stellen, an denen ein Kind etwa mit dem Kopf stecken bleiben kann. Dieser Problematik würde zu wenig Beachtung geschenkt. Ein weiteres Problem, das immer wieder auftauche, sei der Fallschutz. Es komme  vor, dass Platten, die den Fall eines Kindes abfedern sollten, fehlen würden oder das Material nicht mehr in gutem Zustand sei.

Einfluss zu nehmen ist allerdings selbst für die bfu nicht ganz einfach. Denn spezifische gesetzliche Vorschriften in Sachen Spielplatzsicherheit gibt es nicht. Auch eine Vollzugsstelle, die Spielplätze auf Sicherheitsmängel prüfen würde, existiert nicht. All dies obliegt der Eigenverantwortung der Betreiber. Was die bfu tut, ist empfehlen und beraten. Sie kann Spielplatzbetreibern Fachleute zur Seite stellen oder direkt an Fachfirmen vermitteln. Weiter bietet die bfu auch Schulungen in Sachen Spielplatzsicherheit an.