Der Kanton Solothurn eröffnet im Kurhaus Balmberg eine zusätzliche Asylunterkunft mit 120 Plätzen. Das wurde am Freitagnachmittag bekannt, nachdem die Räte der Gemeinden Balm b. Günsberg und Günsberg am Donnerstag informiert worden waren.

Vor gut einem Jahr bereits hat der heutige Besitzer des einstigen Kurhauses auf dem Oberbalmberg dem Kanton Solothurn seine Hotelzimmer als Asylunterkunft angeboten. Ein Angebot, das die Verantwortlichen im Amt für soziale Sicherheit (ASO) damals noch abgelehnt haben.

Selbst vor einigen Monaten noch hat Amtschefin Claudia Hänzi den beiden Gemeinden Balm b. Günsberg und Günsberg signalisiert, dass das seit einem Jahr leerstehende Hotel nicht in ein kantonales Durchgangszentrum umfunktioniert werden soll; vor allem deshalb, weil im ehemaligen Gewerkschafts-Ferienheim in der 200-Seelen-Gemeinde Balm bereits rund 50 abgewiesene Asylsuchende untergebracht sind.

Nun sollen also doch 120 Asylsuchende dort einquartiert werden; und zwar schon ab 13. Dezember. «Wir brauchen dringend Betten und haben zurzeit schlicht keine Alternative», begründet Hänzi den jetzigen Entscheid. Wie zu erfahren war, sollen vorwiegend Familien mit Kindern und bedürftige, ältere Personen im ehemaligen Hotel untergebracht werden.

Und genau das ist ein Punkt, den die SVP Günsberg in einem Mediencommuniqué kritisiert. «Ist es verantwortbar, 120 Kinder und gebrechliche Personen 75 Meter neben dem Zentrum zu platzieren, in welchem 50 abgewiesene junge Männer untergebracht sind?» Weitere Bedenken hat die SVP Günsberg bezüglich Kosten und Sicherheit. Sie schreibt: «Das Kurhaus Balmberg ist bereits sehr in die Jahre gekommen und hat einigen Renovationsbedarf. Aus Erfahrungswerten von ähnlichen Gebäuden ist bekannt, dass die Beheizung des Objektes in dieser Grösse und Lage mit mehr als 60 000 Franken zu Buche schlägt.»

Sanitäre Anlagen seien zwar vorhanden, ob diese jedoch für 120 Personen ausreichend seien, sei eine andere Frage. Und: «Sehr bedenklich ist auch die Sicherheitspolitik im Notfall. Die Feuerwehr Günsberg arbeitet im Milizsystem. Die Zeit, die sie benötigt, um in einem Ernstfall bis zum Objekt zu gelangen, beträgt mehr als 35 Minuten bei normalen Strassenverhältnissen.»

Jetzt sei Winter und die Strasse beschränkt befahrbar, wird argumentiert. Man könne also die Sicherheit dieser 120 Personen nicht garantieren, wird gesagt. Das Ganze sei ein «Schnellschuss» und berge ein Sicherheitsrisiko. (esf)