Meine Session
Die Sekretärin von Pirmin Bischof hat den Überblick

Der Solothurner CVP-Ständerat Pirmin Bischof steht vor einer Woche mit mitternächtlichen Bürobesuchen und wenig Schlaf. «Die Sekretärin behält bei aller Hektik immer den Überblick», so Bischof.

Manuel Bühlmann
Merken
Drucken
Teilen
Pirmin Bischof

Pirmin Bischof

AZ

Montag: Das erste Geschäft in Pirmin Bischofs letzter Herbstsessionswoche ist ein juristisches, kein politisches. In seiner Solothurner Anwaltskanzlei empfängt der CVP-Ständerat eine Familie, die einen Ehe- und Erbvertrag abschliessen möchte. Danach fährt der 54-Jährige im Zug zur Wochensitzung mit den CVP-Ständeräten nach Bern. Um 16.15 Uhr beginnt in der kleinen Kammer die Session, während der er sich am Montag insbesondere für ein Währungsabkommen mit China einsetzen will. Als Vizepräsident der CVP-Wirtschaftskommission trifft sich Bischof am Abend mit Gewerblern und Industriellen. Gegen Mitternacht wird er zurück in Solothurn sein. Der Tag endet dort, wo er begonnen hat: im Büro. «Die Nächte während der Session sind kurz.»

Dienstag: Um 6.03 Uhr steigt der Solothurner bereits wieder in den Regioexpress nach Bern, wo ein Frühstück zur Bildungs- und Forschungspolitik ansteht. Stärkung für einen intensiven Vormittag: Als Kommissionssprecher hat Bischof dafür zu sorgen, dass bei der Beratung zur Mindestlohninitiative im Ständerat alles nach Plan abläuft. Am Nachmittag hat er als Anwalt einen wichtigen Termin. «Ausnahmsweise werde ich auf die Fraktionssitzung verzichten müssen», sagt Bischof. «Normalerweise hat die Politik während der Session Priorität.» Bevor es zur Vorstandssitzung der Solothurner CVP nach Oensingen geht, sollte die Zeit für einen Besuch im Zuchwiler Fitnesscenter reichen. Dreimal pro Woche versucht er, entweder zu joggen oder Krafttraining zu machen.

Mittwoch: Für einmal nimmt Pirmin Bischof am Morgen nicht im Ständerat- sondern im Nationalratssaal Platz. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt Mitglieder des Bundes- und Bundesverwaltungsgerichts. Danach empfängt er Solothurner Gemeindevertreter, die zu Besuch im Bundeshaus sind. Zum Mittagessen trifft er sich mit Parlamentariern anderer Parteien, um ein AHV-Problem zu besprechen. Nachmittags haben die Ständeräte frei, weshalb Bischof seiner Arbeit als Anwalt nachgehen kann. Abends nimmt er an einem Energiemeeting der Herbstmesse Solothurn (Heso) teil.

Donnerstag: Pirmin Bischof hofft, dass der Ständerat bis zum Mittag alle Geschäfte behandelt hat. Denn am Nachmittag ist Behördentag an der Herbstmesse in Solothurn. Die rund 40-minütige Fahrt zwischen Solothurn und Bern legt er an diesem Tag gleich viermal zurück. Von der Heso fährt Bischof zurück in die Hauptstadt: Die 13 CVP-Ständeräte treffen sich dort zum Sessions-Schlussabend.

Freitag: Die drei Sessionswochen enden mit einem Ritual. Vor den Schlussabstimmungen am Morgen versammeln sich die Ständeräte vorne im Saal, um sich voneinander zu verabschieden. «Wir geben uns die Hand und wünschen uns alles Gute. Das ist schon lange Tradition.» Darauf folgt die letzte Sitzung der Woche für Bischof: Das Präsidium der CVP Schweiz trifft sich in Bern. Bis zur Wintersession kann er sich nun wieder vermehrt seiner Kanzlei widmen. Drei Termine mit Klienten sind am Nachmittag in der digitalen Agenda eingetragen, die von seiner Sekretärin betreut wird. «Sie behält bei aller Hektik immer den Überblick.»