Ein schwer beladener Lastwagen fährt ganz dicht ans Flussufer. Er transportiert ein zusammengefaltetes Brücken-Modul. Nach nur wenigen Minuten ist es aufgeklappt und ins Wasser gelassen. Das Modul ist mit zwei Motoren ausgestattet und kann auf dem Wasser von zwei Soldaten in jede beliebige Richtung manövriert werden.

Ein zweiter Lastwagen fährt ans Ufer und setzt eine Rampe ab. Sofort wird sie mit dem schwimmenden Modul verbunden. Stück für Stück wird die ganze Brücke zusammengesetzt. Nach einer Stunde Aufbauzeit steht die Schwimmbrücke und verbindet die beiden Uferseiten der Aare sicher miteinander.

Im Rahmen der «Demo15» zeigten die Genietruppen der Armee am Mittwoch einige Kostproben ihrer Leistungsfähigkeit. Der Tag begann mit einer Begrüssungsrede von Brigadier Peter Candidus Stocker, Kommandant Lehrverband Genie und Rettung, in der Kaserne Wangen an der Aare. Anschliessend wurden die rund 200 geladenen Gäste mit Bussen nach Flumenthal ans Aareufer gebracht. Dort konnten sie miterleben, wie die Schwimmbrücke in kürzester Zeit zusammengesetzt wurde.

Als zweite Kostprobe hatten die Genietruppen die ersten Schritte zum Bau einer Stahlträgerbrücke schon vorbereitet. Denn der Aufbau dieser stabileren Brücke würde eigentlich zwei Tage dauern. Bis zur Mitte des Flusses waren Baumstämme ins Flussbett eingerammt und mit Jochträgern versehen. Darauf platzierte dann ein Kranwagen die ersten Stahlträger, auf die wiederum die erste Fahrbahnplatte gelegt wurde.

Wie wichtig und nützlich die Genietruppen für die zivile Bevölkerung sind, erklärte Brigadier Stocker anhand eines Beispiels aus dem vergangenen Jahr: Letzten Sommer rissen die Wassermassen eines starken Unwetters im Emmental mehrere Brücken fort. Daraufhin kam ein Teil des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbandes zum Einsatz. Sie bauten eine Ersatzbrücke und zwei Fussgängerbrücken auf, um abgeschnittene Bereiche wieder zugänglich zu machen.

Im Notfall sind die Truppen innerhalb von zwölf Stunden einsatzbereit. Oder mit den Worten von Stocker: «Wir sind da, wenn es uns braucht.»

Rettungsübung folgt

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Katastrophenhilfe leisten die Rettungstruppen. Sie präsentieren am Donnerstag im zweiten Teil der «Demo15» ihre Leistungsfähigkeit im Übungsdorf in Wangen an der Aare. Laut Programm ist ein Fabrikgebäude nach einer Explosion eingestürzt. Die Soldaten müssen nun in den Trümmern mehrere Verletzte finden und bergen.

Unterstützung erhalten sie von Such- und Rettungshunden sowie einem Super-Puma-Helikopter. Ausserdem arbeiten sie Hand in Hand mit Einsatztruppen der zivilen Behörden, wie der Polizei, der Feuerwehr und der Schweizerischen Rettungsflugwacht. Die Leistungsdemonstration der Rettungstruppen ist am Nachmittag für alle Interessierte zugänglich.