Neuer Reiseführer

Die schönsten Gärten und Parks: Solothurn mit 17 Standorten dabei

Der Barockgarten des Schlosses Waldegg gehört zu den schönsten der Schweiz

Der Barockgarten des Schlosses Waldegg gehört zu den schönsten der Schweiz

Bei der jährlichen Buchschwemme erstaunt, dass es noch möglich ist, Buchtitel auf den Markt zu bringen, die es noch nie gegeben hat. So etwa einen «Gartenreiseführer Schweiz» mit 300 Gärten und Parks. Auch der Kanton Solothurn hat einiges zu bieten.

Die Schweizer Gartenjournalistin Sarah Fasolin hat beim deutschen Callwey Verlag in München ein Buch herausgebracht, das für die Schweiz wirklich neu ist: den «Gartenreiseführer Schweiz». Was mit einem so unspektakulären Titel angekündigt wird, ist aber tatsächlich noch nie da gewesen. Ein mit 300 Gärten, Parks und öffentlichen Anlagen aus der ganzen Schweiz bestückter Reiseführer im Paperback-Format. Auf 416 Seiten mit ziemlich vielen Abbildungen sind hier pro Kanton alphabetisch die schönsten und interessantesten Gärten aufgeführt.

Nun wird man glauben, in der kleinen Schweiz existieren doch gar nicht so viele interessante Gartenanlagen. Weit gefehlt. Die Autorin hat aus rund 600 Vorschlägen 380 besucht und schliesslich 300 im Führer vereint. Und es sind nicht nur öffentliche Anlagen, die hier beschrieben werden; es sind auch viele Privat-Gärten, deren Türen gemäss Führer gerne für Besucher und Besucherinnen ihre Türen öffnen.

Schloss Waldegg: exemplarischer Barockgarten

Jeder Garten wird kenntnisreichbeschrieben. Angaben über Sinn und Zweck, Gartenphilosophie, Pflanzenbesonderheit und vieles mehr sind zu erfahren. Dazu auch jeweils Angaben zu Öffnungszeiten, Zufahrtshinweise, Parkierungsmöglichkeiten – einfach alles, was den Besuch erleichtert. Im hinteren Teil des Buches findet sich auch ein Ortsregister und dazu viele Adressen von Gartenanlagen und Institutionen, welche die Realisierung des Buches ermöglicht haben.

Ganz besonders interessant ist, was die Autorin zur Einleitung auf die 17 aufgeführten Gärten im Kanton Solothurn zu sagen hat. Als «Die Schweizer Wiege der Barock- und Naturgärten» bezeichnet Fasolin den Kanton. «Von diesem kleinen Kanton mit dem zerstückelten Grenzverlauf sind im Laufe der Geschichte zwei wichtige Gartentrends ausgegangen: der Impuls für die Gestaltung der französischen Barockgärten im 17. und 18. Jahrhundert sowie die Naturgartenbewegung ab den 1970er-Jahren.»

Als Beispiel für einen Barockgarten wird der Garten des Schlosses Waldegg und derjenige des de-Vigier-Sommerhauses aufgeführt. Als Vertreter der Naturgarten-Bewegung wird der Privatgarten des Bioterra-Gartenberaters Hans Peter Althaus in Solothurn genannt. Daneben führt das Buch den Landschaftsgarten der Verenaschlucht bei Solothurn, den anthroposophischen Gartenpark des Goetheanums, den Bally Park in Schönenwerd, den Juragarten auf dem Weissenstein, den Versuchs- und Schaugarten von Blumen Wyss in Zuchwil oder den Kräutergarten des Wallierhofs in Riedholz – neben anderen – auf.

Beim Blättern im Buch fällt auf, dass in der verhältnismässig kleinen Schweiz eine Vielzahl von verschiedensten Vegetationsmöglichkeiten zu finden sind: Beispielsweise vom Walliser Alpengarten bis hin zum Palmengarten im Tessin.

Wie wärs also, einmal eine Schweizer Reise nur aufgrund von Gärten – wie man dies auch im Mutterland der Gärten England macht – anzugehen? Hier ist das Buch dazu.

Am Donnerstag, 1. Mai, hält Autorin Sarah Fasolin im Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz einen Fotovortrag über die Entstehung des Buches. Ab 19.30 Uhr Aula Wallierhof, Eintritt Fr. 10.–.

Sarah Fasolin «Gartenreiseführer Schweiz», München, Callwey Verlag, 416 Seiten mit zahlreichen Fotos. Fr. 28.50.

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