Solothurn

Die Sammlung wird nach der Renovation des Kunstmuseums neu präsentiert

Nach mehrmonatiger Schliessung des Hauses werden alle Ausstellungsräume des Kunstmuseums Solothurn neu eingerichtet.

Es sei wohl das erste Mal seit Bestehen des Kunstmuseums Solothurn, dass alle Säle neu gehängt werden, sagt der wissenschaftliche Assistent des Kunstmuseums, Robin Byland. «Und für mich eine einmalige Chance in meiner beruflichen Erfahrung», setzt er hinzu. «Auslöser» für diese komplett neue Präsentation war die grosse Renovation des Hauses.

Nach dem Bau des unterirdischen Kulturgüterschutzraumes neben dem Gebäude waren vermehrt Risse an den Museumswänden aufgetreten, bereits bestehende wurden grösser, sodass eine gründliche Renovation unumgänglich wurde. Gleichzeitig wurden alle Säle neu gestrichen, und dort, wo es nötig war, die Böden erneuert. Um diese umfassenden Arbeiten in Ruhe ausführen zu können, wurde das Haus vier Monate für das Publikum geschlossen und alle Bilder wurden abgehängt und verstaut.

Ein Gang durch die Kunstgeschichte

Am kommenden 4. Mai wird das Haus wieder geöffnet. Die Räume erstrahlen dann in neuem Glanz und gleichzeitig wurde die Sammlungsausstellung im ersten Stock des Hauses neu konzipiert. Byland: «Wir möchten zeigen, was das Solothurner Kunstmuseum alles zu bieten hat.» Ein Team mit Museumskurator Christoph Vögele, Registrarin Anna Bürkli und ihm selbst habe die Auswahl für die neue Hängung getroffen. «Wichtig war uns ein chronologischer Rundgang durch die Kunstgeschichte anhand der vielen wichtigen Kunstwerke, die in der Sammlung zu finden sind.»

In der Tat sind im Kunstmuseum Solothurn internationale und schweizerische Künstler mit ihren wichtigsten Werken zu finden. Neben aller Chronologie habe man bei der Hängung aber auch ein Schwergewicht auf logische Bezüge zwischen den Werken gelegt, erklärt Byland.

Die beiden Säle mit den Altmeistern zu Beginn des Rundganges wurden überwiegend so gehängt, wie sie früher schon gesehen werden konnten. «Einzig die moderne Interpretation eines Werkes aus der Altmeister-Epoche, geschaffen von einem zeitgenössischen Künstler, wird hier neu dazu gestellt», sagt Byland.

So wurde im Übrigen in jedem Saal verfahren. Es folgt ein grosser Saal, in dem man zunächst Werke von Hans Berger zeigt; danach sind hier Arbeiten von Frank Buchser zu sehen. «Dieser Saal wird also zunächst einmal eine Art Wechselraum für wichtige Künstler unserer Sammlung sein», erläutert Byland.

Die Solothurner Highlights

Es folgt der sogenannte «Salle carrée», ein kleinerer fast quadratischer Raum, in dem die Schätze des Hauses präsentiert werden: Matisse, van Gogh, Klimt, Picasso, Cezanne … Danach ein Saal mit den Sammlungsschwerpunkten aus der Dübi-Müller- und der Josef-Müller-Stiftung: Schweizer Kunst des 19. Jahrhunderts sowie Impressionisten.

Es geht weiter in den Saal, in dem Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts mit internationaler Ausstrahlung gezeigt werden: Tinguely, Spoerri, Ben Vautier, Giacometti, Oppenheim und andere. Dann folgt der Raum mit den zeitgenössischen Schweizerischen Positionen wie Disler, Zäch oder Signer. Diese Hängung bleibt – ausser den beiden Sälen mit Berger und danach Buchser – sicher bis zum 5. Januar 2020 unter dem Titel «Kleine Stadt – grosse Meister» so bestehen. Danach soll es nur noch kleinere Änderungen geben.

Auch die Untergeschossräume des Graphischen Kabinetts, erfuhren eine Restauration und erstrahlen in neuem Weiss. «Bis 7. Juli heisst es hier «Von Urs Graf bis Roman Signer». Damit wird auf die besten Blätter der grafischen Sammlung des Kunstmuseums Solothurn verwiesen, denn seit Jahrzehnten gehören die Vermittlung und der Erwerb von Arbeiten auf Papier zu den Kernaufgaben des Museums.

Auch diese Hängung verläuft chronologisch, angefangen von ältesten Blatt von Urs Graf aus dem Jahr 1509, bis zu den Arbeiten in jüngster Vergangenheit. Im Parterre Ost wird ab dem Eröffnungstag eine Ausstellung der Freiburger Künstlerin Isabelle Krieg gezeigt, mit dem Titel «ALL Tag».

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