Die ehrenamtliche Hilfsaktion «Nez Rouge» steht in den Startlöchern. Wie jeden Dezember werden die freiwilligen Helfer fahruntaugliche Autofahrer nach Hause bringen, inklusive deren Fahrzeug. Und dies kostenlos. Nez Rouge Schweiz rechnet in diesem Jahr mit 10 000 freiwilligen Einsätzen. «Mittlerweile ist Nez Rouge bei über 90 Prozent der Bevölkerung ein Begriff und es werden jedes Jahr mehr», sagt Monika Kummer, Vorstandsmitglied und Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit in Solothurn. Kein Wunder, denn die Aktion gibt es seit 28 Jahren. Im Kanton Jura wurde die Idee, die ursprünglich aus Kanada stammt, zu ersten Mal im Jahr 1990 umgesetzt. Seit 2006 gibts die Aktion auch in Solothurn.

Einsatz auf zwei Gleisen

«Letztes Jahr leisteten unsere Teams 809 Fahrten», schaut Monika Kummer zurück. «Wir rechnen damit, dass dieses Jahr rund 400 Freiwillige im Einsatz sein werden. Wie jedes Jahr hätten sie bis jetzt zu wenige Anmeldungen. Vor allem die Bewältigung der Fahrten am Silvesterabend gestalte sich schwierig. «Wir brauchen viele Teams, da die Nachfrage an diesem Abend am grössten ist», sagt Kummer. Dazu kommt, dass viele Leute selber Silvester feiern wollen. «Doch es kommt jedes Jahr irgendwie gut», sagt Kummer. Letztes Jahr konnten die Teams alle bestellten Fahrten meistern, da die Strecken eher kurz waren. Es kann jedoch vorkommen, dass eine Fahrt über die Grenzen des Einzugsgebietes hinausgeht. «Kommt beispielsweise ein Freund aus Zürich nach Solothurn und ist nicht mehr selber in der Lage nach Hause zu fahren, müssen wir das übernehmen. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel», versichert Kummer.

Wer sind die Freiwilligen, die bei Nez Rouge mitmachen? «Sie stammen quer Beet aus der Bevölkerung. Von jung bis alt, Mann oder Frau», antwortet Kummer. Viele der Freiwilligen hätten die Dienstleistung einmal genutzt und sind nun selber dabei, zu helfen. «Es würde uns freuen, wenn der eine oder andere sich noch bei uns anmeldet.»