Seit gestern läuft die Produktion auf der Profilwalzstrasse im Stahlwerk Gerlafingen in reduziertem Umfang. «Die Fertigung auf der Profilwalzstrasse haben wir von zwei auf eine Schicht umgestellt», erklärt Daniel Aebli, Personalchef der Stahl Gerlafingen AG. Und die nachgelagerte Spedition arbeite zwei- statt dreischichtig.

Die bereits Ende Juni kommunizierte Restrukturierung führte zum Abbau von rund 25 Arbeitsplätzen (wir berichteten). «Wir mussten acht Angestellten kündigen. Die restlichen Mitarbeitenden haben entweder ein anderes internes Stellenangebot angenommen oder sich anderweitig orientiert», sagt Aebli. Im Sommer hiess es, dass es maximal zu elf Kündigungen kommen werde.

Längerfristige Massnahme

Die Auftragslage im Bereich Profilstahl sei insgesamt nach wie vor unbefriedigend. Auch wenn im Segment Flach- und Breitflachstahl die Nachfrage in den Sommermonaten gestiegen sei. «Die Massnahmen zur Drosselung der Produktion auf der Profilwalzstrasse bleiben angesichts der aktuellen Marktsituation für die kommenden ein bis zwei Jahre in Kraft.»

Dagegen liegen die Auslieferungen im Bewehrungsstahl (Baustahl) stabil auf hohem Niveau. «Diese Entwicklung ist sehr erfreulich und Ausdruck der robusten Baukonjunktur.» Man rechne auch in den kommenden Wochen mit einer positiven Entwicklung. Insgesamt liege der Absatz in den ersten sieben Monaten mit 380 000 Tonnen Bewehrungs- und Profilstahlprodukte rund vier Prozent unter dem Vorjahr.

Eine Prognose für das ganze Jahr könne derzeit nicht abgegeben werden. Klar ist, dass die im Frühling kommunizierten «ambitionierten Budgetziele» für 2013 nicht erreicht werden; allein schon wegen der Umstellung im Walzwerk. Im Bewehrungsstahl lägen die Auslieferungen in den letzten zwei Monaten deutlich über Budget. Es werde sich zeigen, ob alle durch den langen Winter verursachten Ausfälle kompensiert werden können.

«Kein weiterer Stellenabbau»

«Mit einem weiteren Stellenabbau ist aber im laufenden und im kommenden Jahr nicht zu rechnen», bestätigt Aebli bereits früher gemachte Aussagen. Nach mehreren Phasen mit Kurzarbeit sei nun im September noch an fünf bis sieben Tagen Kurzarbeit im Stahlwerk geplant. Ursache sei eben die tiefere Produktionsmenge auf der Profilwalzstrasse, was die Nachfrage im Stahlwerk beeinflusse.