Weissenstein

Die Pläne für die Bike-Strecke liegen auf – nicht alle Kritiker sind besänftigt

Mountainbiker haben den Weissenstein schon vor einer Weile für sich entdeckt.

Mountainbiker haben den Weissenstein schon vor einer Weile für sich entdeckt.

Nach jahrelangem Hin und her liegen nun die Pläne für die Bike-Strecke auf dem Weissenstein auf. Die Bemühungen des Kantons, die unterschiedlichsten Interessen unter einen Hut zu bringen, haben den einen oder anderen Kritiker besänftigt. Aber noch nicht alle: Die Jäger haben bereits angekündigt, Einsprache zu erheben.

Braucht es am Weissenstein eine Bike-Strecke? Und wenn ja: Wie soll sie daherkommen? Schon seit Jahren spaltet diese Frage die Gemüter der Personen, die mit dem Solothurner Hausberg zu tun haben. Nach langem Hin und her und einem Mitwirkungsverfahren mit insgesamt 23 involvierten Parteien liegen nun die Pläne für die Strecke öffentlich auf.
Herausgekommen aus den ganzen Bemühungen ist ein Kombi-Pack. Zum einen eine fünf Kilometer lange Bike-Strecke, die von der Bergstation der Seilbahn via Nesselboden bis zur Talstation führt (siehe dazu Text unten). Und zum anderen zwei Wildruhezonen. Diese sollen einen Rückzugsort für Wildtiere bieten und den steigenden Nutzungsdruck am Berg kompensieren. Noch bis am 23. Dezember können die Pläne auf den Gemeinden Oberdorf und Gänsbrunnen und beim Amt für Raumplanung eingesehen werden.

Für die Jäger ist die Strecke ein No-Go

Das Ziel der Strecke: Sie soll die Konflikte am Berg entschärfen. Denn, so die Argumentation des Kantons: Biker hat es sowieso, und ohne offizielle Strecke fahren sie einfach irgendwie den Berg runter, über die Passstrasse oder Wanderwege etwa. So komme es zu Konflikten mit Wanderern, zudem würden Natur und Landschaft viel stärker in Mitleidenschaft gezogen. Eine offizielle Strecke würde nun zwar nicht alle Probleme lösen, sie würde die Konflikte aber zum Teil entschärfen. Die nötigen baulichen Eingriffe seien zudem nur als «vergleichsweise geringfügig» zu betrachten, so der Kanton.

Trotzdem waren – und sind – die Pläne für die Strecke nicht unbestritten. Die ­Kritik ist aber im Vergleich noch zu vor einem Jahr deutlich abgeflacht. So heisst es etwa bei Pro Natura Solothurn und den Grünen Lebern unisono: Man müsse die Pläne zwar noch im Detail studieren, auf den ersten Blick würde sie aber vielversprechend aussehen, der Kanton habe viele ihrer Anliegen in die Planung aufgenommen.

Etwas anderes tönt es bei den Jägern: «Wir sind gegen die Bike-Strecke und gegen die Wildruhezonen», sagt Markus Blaser, Präsident der Jagdgesellschaft Weissenstein. Die Strecke durchschneidet ein Wildwechselgebiet und würde den Wald zerstören, so Blaser. Zudem befürchtet er, dass dieses Angebot noch mehr Menschen auf den Berg locken und der Nutzungsdruck noch weiter steigen würde. «Die Seilbahn hat kommerzielle Interessen, das ist klar», so Blaser. «Aber niemand nimmt die Interessen des Wildes wahr.» Deshalb wehrt er sich gegen die Pläne. Dass in der Juraschutzzone eine solche Anlage gebaut würde, das kann er nicht verstehen. «Wollen wir wirklich, dass man aus dem Weissenstein einen Robinson-Spielplatz macht?»

Doch den Einwand, man wolle nur Geld verdienen, will man von Seiten der Seilbahn nicht gelten lassen. «Das ganze Projekt inklusive Planung kostet uns rund 500'000 Franken», sagt Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn. «Da müssen wir einige Velos den Berg hochtransportieren, damit sich diese Investition rein kommerziell lohnt.» Vielmehr tue man dies für den Berg, so Stuber. Der Freizeitdruck steige, mit der Strecke könne man immerhin die Biker kanalisieren und etwas Ordnung schaffen. Bei den Jägern stösst er damit auf taube Ohren: Blaser hat bereits angekündigt, gegen die Pläne Einsprache zu erheben. Die Diskussionen rund um die Bike-Strecke dürften also noch eine Weile weiter gehen.

Der geplante Verlauf der Bike-Strecke: Von der Berg- bis zur Talstation der Seilbahn.

Der geplante Verlauf der Bike-Strecke: Von der Berg- bis zur Talstation der Seilbahn.

Die detaillierten Pläne der Strecke finden sich hier.

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