Aufmerksame Autofahrer entlang der A1-Strecke Luterbach–Härkingen oder in umgekehrter Richtung haben bemerkt, dass kürzlich entlang der Strasse unterschiedliche Bauprofile aufgestellt wurden. Diese weisen auf den kommenden 6-Spur-Ausbau der A1 zwischen Luterbach–Härkingen hin, der im Jahr 2022 beginnen soll und einen weiteren Schritt in der Engpassbeseitigung auf dem Nationalstrassennetz darstellt.

Nach dem Ausbau Härkingen–Wiggertal soll dieser Schritt eine weitere Entlastung der heutigen West-Ost-Achse und damit auch eine Entlastung der angrenzenden Gemeinden vom Ausweichverkehr bringen.

Im Weiteren beinhaltet das Projekt die Anpassung an die geltende Umweltschutzgesetzgebung (Gewässerschutz, Lärm, Störfall). Die Kosten für die Umgestaltungsmassnahmen belaufen sich voraussichtlich auf rund 886 Millionen Franken.

Öffentliche Planauflage

Nun lädt das federführende Bundesamt für Strassen, Astra zur öffentlichen Planauflage des vollständigen Ausführungsprojektes, einschliesslich des Umweltverträglichkeitsberichtes und des Rodungsdossiers ein.

Die Pläne liegen vom 8. Mai 2018 bis 7. Juni 2018 während den ordentlichen Schalteröffnungszeiten zur Einsichtnahme auf, und zwar in den Standort-Gemeinden des Kantons Bern Niederbipp, Oberbipp, Wangen an der Aare und Wiedlisbach, sowie jenen des Kantons Solothurn Deitingen, Derendingen, Egerkingen, Flumenthal, Härkingen, Kestenholz, Luterbach, Neuendorf, Niederbuchsiten, Oberbuchsiten, Oensingen und im Bau- und Justizdepartement in Solothurn.

Ebenso hat die interessierte Bevölkerung die Möglichkeit, sich von den Projektverantwortlichen an einer öffentlichen Veranstaltung informieren zu lassen. Die Info-Veranstaltungen finden am Montag, 14. Mai 2018, 19 Uhr, im Bienkensaal Oensingen und am Mittwoch, 16. Mai 2018, 19 Uhr, im Salzhaus Wangen an der Aare statt. 

Kanton Solothurn: «Ja, aber...»

Der Regierungsrat des Kantons Solothurn hat dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, zu diesem Ausbauabschnitt bereits seine Vernehmlassung gesandt. Man begrüsst den beabsichtigten Erweiterungsprojekt Luterbach–Härkingen ausdrücklich.

Allerdings vermisst der Regierungsrat Aussagen des Bundes darüber, wie mit der teilweise mangelhaften Leistungsfähigkeit des bestehenden Nationalstrassenanschlusses A5 Luterbach–Biel aufgrund des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens entgegengewirkt werden soll. Der Kanton Solothurn habe bereits im vergangenen Jahr in seiner Vernehmlassung zum «Sachplan Verkehr» auf diesen Aspekt hingewiesen.

Die Solothurner stellen nun den Antrag, die erforderlichen Anpassungen dieses Autobahnanschlusses «zeitnah in Angriff zu nehmen», umso mehr der Kanton diesbezügliche zweckdienliche Massnahmen zurzeit in Koordination mit dem Astra bereits erarbeitet. Erste Lösungsmöglichkeiten würden vorliegen.

Ebenfalls vermisst die Solothurner Regierung, wie im Fall einer Stausituation mit dem A1-Abschnitt Kirchberg-Luterbach zu verfahren sei, denn mit dem vorgesehenen Ausbau sei nun die gesamte Strecke zwischen Bern-Wiggertal bis zum Jahr 2030 sechsspurig, ausser dem erwähnten Teil. Stausituationen in diesem Abschnitt führten bereits heute zu einem massiven Ausweichverkehr auf die Gemeinden entlang der Ausweichrouten. «Kantonale Ausbauvorhaben, Sanierungs- und intensivierte Unterhaltsarbeiten sind die Folge, notabene zu Lasten der Gemeinden und des Kantons Solothurn».

Pannenstreifen-Umnutzung

Nationalrat Kurt Fluri habe deshalb am 1. Juni 2017 eine Interpellation zur Pannenstreifenumnutzung auf diesem Streckenabschnitt eingereicht. Der Bundesrat anerkenne diese Engpass-Situation, doch sei nun doch kein Vorschlag für die Lösung dieses Problems im Projekt zu finden.

Deshalb stellt die Solothurner Regierung den Antrag, dass der 6-Spurausbau des Nationalstrassenabschnitts Kirchberg-Luterbach zeitlich zu priorisieren sei und in einem Realisierungshorizont bis 2040 umzusetzen sei. «Bis zur Realisierung des Ausbaus ist als Übergangslösung auf diesem Abschnitt eine Pannenstreifen-Umnutzung umzusetzen.»