Solothurner Bäuerinnenverband
Die neue Präsidentin lebt etwas abgelegen

Nicht nur die Solothurner Bauern, auch die Bäuerinnen werden jetzt aus dem Schwarzbubenland regiert. Die Frauen wählten an der Delegiertenversammlung einstimmig Rita Hänggi-Saner aus Beinwil.

Benildis Bentolila
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Die ehemalige und die neue: Heidi Kofmehl und Rita Hänggi-Saner.

Die ehemalige und die neue: Heidi Kofmehl und Rita Hänggi-Saner.

Benildis Bentolila

Heidi Kofmel gab ihr Amt als Präsidentin nach acht Jahren ab. Die neu gewählte Rita Hänggi-Saner ist in Beinwil seit Mitte Januar Wirtin im Bergrestaurant Vorderer Erzberg auf dem Scheltenpass.

War diese Delegiertenversammlung ein Fest! Zuerst wurde das «Soledurner Landfrouelied» gesungen, dann sagte Heidi Kofmel zum Abschied ein persönliches Bäuerinnen und Landfrauen-ABC auf, es wurden positive Abschlüsse präsentiert, die Statutenrevision durchgebracht, und zuletzt gab es gar Tränen. Eine Fülle von Auftritten führte dazu, dass die Delegiertenversammlung in Mümliswil bis nach 13 Uhr dauerte. Dabei wurde es trotzdem niemandem langweilig.

«Das schönste Tal überhaupt»

Die Landfrauen der Sektion Mümliswil-Ramiswil unter der Leitung von Marianne Bieli hatten die Aula in ein Frühlingsparadies verwandelt. In ihrer Begrüssung schwärmte sie vom schönsten Tal überhaupt, ihrem Guldental. Heidi Kofmel freute sich, dass sie an ihrer letzten Versammlung eine grosse Gästeschar begrüssen durfte, darunter ihre zwei Vorgängerinnen Ursula Zimmermann und Susi Erb. Mit dabei waren auch Mümliswils Gemeindepräsident Kurt Bloch, der ehemalige, respektive der aktuelle Vorsteher des Amtes für Landwirtschaft, Robi Flückiger, resp. Felix Schibli, und der Präsident des Solothurner Bauernverbandes, Andreas Vögtli.

Bertha Sperisen, Grenchen, die 2002 in den Vorstand gewählt wurde und gleich das Amt als Kassierin übernahm, hatte ihre Demission eingereicht. Sie war stolz, das letzte Mal eine in jeder Beziehung positive Rechnung zu präsentieren. Ebenfalls trat Monika Flury, Oekingen, zurück. Anstelle der beiden Frauen wählten die Delegierten Doris Stalder, Horriwil, und Manuela Wyss, Breitenbach.

Tränen flossen am Schluss

Die abtretende Präsidentin Heidi Kofmel wurde 2004 als Vertreterin des Wasseramts in den kantonalen Vorstand und bereits nach zwei Jahren zur Präsidentin des SOBLV gewählt. Ihre Kolleginnen blickten mit einer eindrücklichen Beamershow zurück auf die Entstehung des Projekts Haushaltservice, auf fröhliche Reisen und das gemeinsame tatkräftige Schaffen.

Christine Bühler rühmte Heidi Kofmel als «Opinion Leaderin im schweizerischen Verband». Jedes Vorstandsmitglied überreichte Kofmel eine wunderbare Rose, die Delegierten und Gäste schenkten ihr eine Standing Ovation und die Gefeierte konnte ihre Tränen der Rührung nicht mehr zurückhalten. Sie und Bertha Sperisen erhielten die Ehrenmitgliedschaft.

Und die neue Präsidentin: Macht es ihr nichts aus, nachts und bei Wind und Wetter vom Bergrestaurant aus weite Fahrten auf sich zu nehmen? Sie feiere bald ihren 50. Geburtstag, sagt Rita Hänggi auf Anfrage. «Ich bin im Schuss». Zusammen mit ihrem Mann sei sie ein gutes Team, weshalb sie das Amt neben dem Betrieb überhaupt übernehmen könne. «Wenn ich nicht auf dem Erzberg bin, kann mein Mann mit Unterstützung von Verwandten und Bekannten die Gäste betreuen.»