Naturschutz
Die Naturlandschaft im Brunnenbachtal wurde zum Blühen erweckt

Rund um das Bächlein im Brunnenbachtal von Nuglar verwirklicht eine Schar Idealisten eine einzigartige Naturlandschaft mit luftigen Baumbeständen, Feuchtwiesen, Tümpeln und Trockenstandorten, um seltenen Tieren und Pflanzen einen neuen Lebensraum zu geben.

Jürg Jeanloz
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Umweltsünden im Wasserbau: Ulrich Harder (Amt für Umwelt, Solothurn) freut sich über die gelungene Renaturierung.

Umweltsünden im Wasserbau: Ulrich Harder (Amt für Umwelt, Solothurn) freut sich über die gelungene Renaturierung.

Jürg Jeanloz

Aus dem hässlichen Entlein einen schönen Schwan machen war die Idee einiger Enthusiasten, die vom Solothurner Amt für Wasserbau die Rüge verinnerlichten, das Brunnenbachtal sei nicht gerade ein Vorzeigeobjekt. Ein verlottertes Haus, ein mit Bauschutt korrigiertes Bächlein, dunkle Tannenwälder und viel Gebüsch machten aus dem lieblichen Tal ein wildes Durcheinander.

Das Brunnenbachtal beginnt östlich von Nuglar und schlängelt sich auf einer Länge von drei Kilometern Richtung Neunuglar bis zur Hauptstrasse nach Liestal. Hans Peter Schmid, ehemaliger Gemeindepräsident von Nuglar, nahm die Herausforderung an und stellte eine Sonderkommission Brunnenbach zusammen.

Unter der Leitung des Forstingenieurs Felix Berchten begannen 2015 viele Helfer und Freiwillige, dem Brunnenbachtal ein neues Outfit zu verpassen und es ökologisch zu entrümpeln.

Am Samstag luden die Verantwortlichen zu einem ersten Augenschein der eingeleiteten Massnahmen ein. «Wir sind von den Projektfortschritten hell begeistert», wendete Schmid sich an die anwesenden Eigentümer, Pächter und Interessierten.

Bereits Froschlaich zu sehen

Tatsächlich, im untersten Teil in Neunuglar präsentierte sich das Bächlein von seiner besten Seite und schlängelte sich durch blumenreiche Matten. Die Weidenstöcke waren zurückgeschnitten und die gelben Köpfe der Sumpfdotterblumen lugten fröhlich über den Bachrand. «Wir lassen den Bach ausufern und geben ihm Platz, wenn starker Regen fällt», erklärte der Projektleiter Felix Berchten. Es sollen daneben Feuchtwiesen entstehen, denn diese seien schweizweit stark zurückgegangen.

Auf ungedüngten Feuchtwiesen gedeihen seltene Gräser und Seggen, die Ringelnatter und der Moorfrosch werden wieder heimisch. Zusätzlich wurden Weiher angelegt, wo bereits die ersten Knäuel Froschlaich zu sehen waren.

Das unbewohnte Brunnenbachtal umfasst eine Fläche von 80 Hektaren, drei Viertel davon sind Wald. Unter der Leitung des Revierförsters Roger Zimmermann wurde begonnen, den Wald auszulichten und die Tännchen entlang dem Bach zu roden. An sonnigen Hängen werden nur noch einige Eichen und Föhren stehen gelassen, damit Trockenhabitate entstehen. Dort gedeihen Orchideen und seltene Pflanzen; Schlangen, Eidechsen und Schmetterlinge erhalten ein neues Zuhause.

Die Arbeiten im Brunnenbachtal dauern 10 Jahre und kosten eine halbe Million Franken. «200 000 Franken erhalten wir vom Solothurnischen Lotteriefonds, weitere Gelder wurden von diversen Stiftungen zugesichert», meinte Schmid. Die Bevölkerung von Nuglar stehe klar hinter dem Konzept, denn durch die Aufwertung des vielfältigen Tals entstehe eine einzigartige Wander- und Erholungsoase.