Neubauten

Die Migros Aare hat auf dem ehemaligen Areal der Papieri in Utzenstorf grosse Pläne

Wo einst die Utzenstorfer Papieri-Kamine rauchten: So sehen die visualisierten Pläne für die neuen Verteilzentren aus.

Wo einst die Utzenstorfer Papieri-Kamine rauchten: So sehen die visualisierten Pläne für die neuen Verteilzentren aus.

Auf dem Industrieareal der ehemaligen Papieri Utzenstorf hat die Migros Aare vor, für Online-Tochter Digitec Galaxus ein Operation Center zu bauen. Dieses soll durch ein Sortierzentrum für Pakete der Post ergänzt werden.

Auf dem 80 Fussballfelder grossen Gelände der untergegangenen Papierfabrik im bernischen Utzenstorf soll neues Leben einkehren: Geht es nach den Plänen der Landbesitzerin Migros Aare, dann sollen hier schon bald 400 neue Arbeitsplätze aufgebaut werden. 456 Interessierte besuchten die Informationsveranstaltung am Dienstagabend in Utzenstorf.

Im Februar 2018 hatte die Migros Aare das 320 000 Quadratmeter grosse Areal der früheren Papieri erworben. Im Oktober 2018 fand eine erste Informationsveranstaltung zur künftigen Geländenutzung statt. Am Dienstag wurde nun ein Grossprojekt für den 50000 Quadratmeter umfassenden Bausektor 1 öffentlich vorgestellt.

Post will Paketzentrum Härkingen entlasten

Die Migros Aare will hier in einem 130 x 375 m umfassenden Neubau einen zweiten Standort ihrer Online-Tochter Digitec/Galaxus ansiedeln. Ergänzt wird das Planungswerk mit Investitionen von rund 350 Mio. Franken durch ein 50x160 m grosses Paket-Sortierzentrum der Schweizer Post. Diese will damit ihr bestehendes Zentrum in Härkingen entlasten.

Das generelle Baugesuch werde jetzt Anfang Februar eingereicht, erläuterten die Verantwortlichen – auch mit dem Hinweis, dass sich das gesamte Vorhaben noch in der «Prüfphase» befinde. Sofern sich aber die mit der Gemeinde Utzenstorf, der Regionalkonferenz und kantonalen Behörden bereits intensiv betriebenen Planungsschritte realisieren lassen, könnten Digitec/Galaxus und die Post ihren Betrieb bereits 2024 aufnehmen und damit rund 400 Arbeitsplätze anbieten.

Spektakuläre Sprengung in Utzenstorf

Spektakuläre Sprengung in Utzenstorf

Heute wurde ein Meilenstein im Rückbau der ehemaligen Papierfabrik in Utzensdorf gesetzt. Auf dem Areal soll eine strategische Landreserve der Migros entstehen. Die grosse Sprengung erforderte spezielle Sicherheitsmassnahmen.

Wie weit der Rückbau der Papieri-Einrichtungen, der bis 2022 abgeschlossen sein soll, schon fortgeschritten ist, kann vom Spazierweg längs der Emme besichtigt werden. Von Migros-Seite wurde betont, dass dabei auch auf den übrigen drei Baufeldern alle Altlasten aus dem Boden entfernt werden. Ausführlich dargestellt wurde der zu erwartende Verkehr von Digitec/Galaxus und Post, der durch Anlieferung, Versand und die Personalmobilität entstehen würde. Gestützt auf aktuelle Verkehrszählungen könnte sich das Verkehrsaufkommen für den vorgesehenen Zwei-Schicht-Betrieb in Utzenstorf um 4 Prozent und in Wiler um 5 Prozent vermehren.

In der Fragerunde mahnten Teilnehmende, auch die Gemeinde Gerlafingen, über deren Autobahnanschluss rund 50 Prozent der LKW-Fahrten abgewickelt würden, mit ins Boot der «Begleitgruppen» zu holen. Gleichfalls zum Thema wurde die erwünschte Anbindung des künftigen «Arbeitsschwerpunktes» an den öffentlichen Verkehr mit Bahn und Bus.

Vision: Direktanschluss an die Autobahn

Zum wichtigen Anliegen wurden neue Verbindungen zur Erschliessung des Areals, das nach dem Vollausbau der insgesamt 4 Bausektoren in zehn Jahren bis zu 800 Arbeitsplätze bieten könnte. Utzenstorfs Gemeindepräsident Beat Singer hatte als «Vision» neben einer Umgehungsstrasse für Utzenstorf einen Direktanschluss an die Autobahn skizziert, der «Nadelöhre» in den Ortsdurchfahrten entlasten würde. Angeregt im Plenum wurde eine «mutige Planung», die auch die Lärmproblematik berücksichtigt. Für die erste Bauetappe, so versicherte Singer, seien Zufahrten und Strassennetz ausreichend. Vorgesehen seien Temporeduktionen und lärmverringernde Strassenbeläge.

Als sehr schwierig beurteilten Anwesende die zu erwartenden zeitlich ausgedehnten Schliessungen der BLS-Barrieren, die schon jetzt zu langem Rückstau führen. Angesprochen wurde auch der künftige Baustellenverkehr, der mittels Logistik und Dosiersystem erträglich bleiben soll. So oder so quittierte das Publikum die Präsentation mit Beifall – sicher nicht zuletzt in der freudigen Erwartung, dass das Papieri-Areal tatsächlich wieder belebt wird.

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