Jedes Jahr verschwinden schweizeweit hunderte Kleinbauernbetriebe. Laut Agrarbericht 2013 mussten zwischen 2011 und 2012 über 1‘000 Betriebe schliessen. So hat sich in den letzten Jahren eine klare Tendenz herauskristallisiert: Die Anzahl grosser Betriebe nimmt zu, während die kleinen Bauernhöfe zunehmend aussterben.

Auch im Kanton Solothurn kann man diese Entwicklung beobachten. Felix Schibli, Chef des kantonalen Amts für Landwirtschaft erklärt: «Momentan hält sich das Hofsterben im Kanton Solothurn noch in Grenzen. Es ist jedoch ein klarer Trend in diese Richtung zu beobachten.» Diese Entwicklung hänge auch im Solothurn vor allem damit zusammen, dass immer mehr Landwirte wegen der knappen Existenzgrundlage keinen Nachfolger finden, der den Betrieb übernimmt.

Auch Peter Brügger vom Solothurner Bauernverband sieht im fehlenden Bauernnachwuchs den Ursprung des Strukturwandels in der Landwirtschaft. «Wenn die Jungen die Einkommenssituation in anderen Branchen betrachten, ist es weniger attraktiv, den Bauernberuf zu erlernen und den Hof der Familie zu übernehmen. Dies vor allem bei kleineren Betrieben», erklärt er.

«Während die Nachfolge auf einigen Betrieben in Zukunft nicht gesichert ist, ist es in den meisten Fällen kein Problem den Betrieb zu verpachten», fährt Brügger fort. « Wirtschaftlich interessanter ist eine parzellenweise Verpachtung: Das Land des Bauernhofes wird an einen oder mehrere benachbarte Betriebe verpachtet». Dabei verpachte der Bauer jeweils nur das Land an andere Betriebe und bleibe im Bauernhaus wohnen. «Dadurch schliesst ein Betrieb, während andere um ein Stück gewachsen sind und durch die zusätzliche Fläche die Produktion steigern können.»

Eine natürliche Entwicklung

Um das Aussterben der kleineren Bauernbetriebe zu bremsen hat die Kleinbauern-Vereinigung kürzlich eine Anlaufstelle für ausserfamiliäre Hofübergaben ins Leben gerufen (wir berichteten). Peter Brügger hält jedoch nur wenig von dieser Idee. «Solange es für die Bauern finanziell attraktiver bleibt, das Land an einen anderen Bauern zu verpachten, wird auch eine Anlaufstelle für ausserfamiliäre Hofübergaben nichts oder nur wenig am Strukturwandel ändern können», meint er.

Einen besseren Weg, dem Strukturwandel entgegenzuwirken sieht aber auch er nicht. Für ihn besteht jedoch auch nicht zwingend ein Grund, etwas gegen den Strukturwandel zu unternehmen. «Wichtig ist, dass wer einen Landwirtschaftsbetrieb betreibt, damit genug verdienen kann. Ob es nun viele kleine oder wenige grosse Betriebe gibt, macht unter dem Strich keinen Unterschied.» So sieht Brügger den Strukturwandel in der Landwirtschaft als natürliche Folge der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung. «Wichtig ist nur, dass wir darauf achten, dass dieser Wandel auch sozialverträglich abläuft.»