Maler- und Gipserunternehmerverband
Die Maler und Gipser im Kanton haben mit dem Lohndumping zu kämpfen

Maler und Gipser Lohndumping, nachhaltige Energiepolitik und Auftragslage: Diese Themen standen an der Generalversammlung des Maler- und Gipserunternehmerverbandes in Selzach im Zentrum.

Jasmin Heri
Drucken
Teilen
Vizepräsident Martin Lisibach (links) und Präsident Urs Weder mit dem Jahresbericht von 2012.

Vizepräsident Martin Lisibach (links) und Präsident Urs Weder mit dem Jahresbericht von 2012.

jhs

An der 114. Generalversammlung des Maler- und Gipserunternehmerverbandes schaute Präsident Urs Weder auf ein erfolgreiches 2012 mit ausgelasteten Betrieben zurück. Im Vordergrund stand aber der anhaltende Preisdruck. «Wir machen es zu höheren Preisen, dafür richtig», führt Urs Weder das Thema Lohndumping ein. In den vergangenen Jahren hatte die Branche der Maler und Gipser mit Lohndumping zu kämpfen. «Vor allem kleinere Unternehmungen haben den Preisdruck gespürt», erklärt der Präsident. Herbeigeführt wurde dieser Niedriglohndruck durch meist ausländische Arbeiter. Diese geben sich auf dem Schweizer Markt als selbstständig aus und verrichteten die Arbeit für einen zu tiefen Lohn.

Schützende Gesetzgebung

Vergangenes Jahr wurde eine schützende Gesetzgebung durchgesetzt – zur grossen Freude des Maler- und Gipserunternehmerverbandes. Die sogenannte «Solidarhaftung» sieht Folgendes vor: Falls ein Malerunternehmen einen Teil seiner Aufträge an eine andere Firma weitergibt, haftet dieses für allfälliges Fehlverhalten der Subfirma. «Alle Verbandsmitglieder sind ebenfalls dazu angehalten, verdächtiges Verhalten zu melden», forderte Weder die Anwesenden auf.

«Von tiefen Zinsen profitiert»

Die Energiepolitik war an der Generalversammlung auch ein Thema: «Wir sind Vorbilder und sollten eine energiesparende Arbeitsweise vorleben», gibt Weder die ideale Einstellung vor. Neben der Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik im Jahr 2012 profitierte der Verband vom florierenden Baumarkt dank den tiefen Hypothekzinsen. «Es sind ausreichend Aufträge eingegangen», fügte der Präsident an. Zusätzlich habe der Verband fast dieselbe Anzahl Lernende, wie im Vorjahr, ausbilden können. «Das Jahr 2013 sollte nichts anderes bringen.»

Grossaufträge bis 2022

«Trotz des uns aufgesetzten finanziellen Daches von 125 Millionen stehen in den kommenden Jahren viele umfangreiche Projekte des Kantons an», hatte Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli gute Nachrichten. 80 Prozent dieser Bauprojekte würden im Hochbau realisiert. Bis im Jahr 2022 stechen besonders ferne Grossaufträge wie die Totalerneuerung des Bürgerspitals in Solothurn oder der Umbau der Kantonsschule in Olten heraus. Ersteres wurde mit einer Gesamtsumme von 340 Millionen und das zweite mit 86 Millionen budgetiert.

Aktuelle Nachrichten