Die neue Leistungsvereinbarung zwischen dem Kanton Solothurn und der kantonalen Jugendförderung steht: Neu erhält die Fachstelle vom Kanton bis 2017 jährlich 400 000 Franken. 30 000 Franken mehr als zuvor. «Wir haben die Leistungen klarer festgelegt und dann ausgehandelt, wie viel diese kosten», erklärt Markus Schär, Leiter der kantonalen Fachstelle Familie und Generationen.

Auf der einen Seite wurden einige Projekte vorher separat bezahlt, welche nun bei der Vereinbarung mitgerechnet wurden. Auf der anderen Seite habe man die Leistungen klarer definiert und ergänzt: «Wir haben darauf Wert gelegt, die Leistungen so festzulegen, dass die Jugendarbeit in den Gemeinden möglichst unterstützt wird. Zum Beispiel haben wir beschlossen, dass die Jugendförderung den Gemeinden mehr Support geben soll.»

Fokussierung von Projekten

Gemäss Marcus Casutt, Fachstellenleiter der Jugendförderung Kanton Solothurn, bleibt bei der Jugendförderung alles im gewohnten Rahmen. Bei gewissen Projekten wird man sich jedoch künftig vertieft engagieren: Die Fachstelle wird sich unter anderem stärker mit den Gemeinden und dem Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen beschäftigten.

Dabei ist ein Ziel, ein bis zwei Gemeinden jährlich dazu zu motivieren, ein Jugendparlament aufzubauen und dabei zu beraten. Ebenso will man aktiver im Bereich Kinderförderung werden, und mit dem ausgeweiteten Projekt «Generaction» will man Senioren und Seniorinnen ermuntern, Jugendliche bei der Realisierung ihrer Projekte zu unterstützen.

Bubenwoche findet nicht statt

Trotz der um 30 000 Franken höheren Summe kann ein Angebot nicht stattfinden. Casutt bedauert, dass die Bubenwoche dieses Jahr nicht zustande kommen kann: «Wir hätten die Bubenwoche gerne angeboten, aber es war finanziell und zeitlich nicht möglich.» Das Alte Spital organisierte die Bubenwoche seit 2007 und führte sie 2013 zum letzten Mal durch. Der Grund: Der Kanton kürzte den Leistungsbetrag von 30 000 Franken auf einen Drittel, da die Bubenwoche nicht auf mehrere Standorte ausgeweitet wurde und nur auf das Gebiet Solothurn begrenzt war.

Die Jugendförderung wollte sich dieser Veranstaltung annehmen, jetzt kann sie diese dennoch nicht realisieren: «Wir erhalten jetzt zwar 30 000 Franken mehr, doch dieses Geld ist für neue Projekte und Angebote vorgesehen», erklärt Casutt. Er stellt klar: «Der Gesamtbetrag von 60 000 Franken für Genderangebote entspricht den Beiträgen, welche bisher für die Realisation der drei Mädchenwochen benötigt wurden. Mit diesem Geld können wir die Mädchenwoche in Solothurn, Olten und Dornach durchführen, zu mehr reicht es aber nicht.»

Arbeit an «Genderangebot»

2015 soll es jedoch wieder ein Angebot für Jungen und Mädchen geben. Mit dem Kanton Solothurn traf die Jugendförderung ebenso die Vereinbarung, in diesem Jahr Angebote auszuarbeiten, die künftig unter der Rubrik «Genderangebot» laufen werden. Sowohl die Mädchen- als auch die Bubenwoche werden darin integriert. Dabei wird auch der Betrag von 60 000 Franken ausschlaggebend sein: «Es wird im Jahr 2015 sowohl für Jungen als auch für Mädchen Veranstaltungen geben.

Wie diese aussehen werden, wird nun anhand des vorhandenen Budgets geplant», sagt Casutt. Demnach sei es nicht mehr sicher, ob es Mädchen- und Bubenwoche künftig in dieser Form gebe oder ob etwas anderes in ihre Fussstapfen trete. «Wenn sich das Angebot für Jugendliche ändert, ist das nicht schlecht, denn das Interesse der Jugendlichen verändert sich auch und das muss man einbeziehen», erklärt auch Markus Schär.