Mädchenwoche

Die Mädchen haben vier Tage lang nur Spass und Action

Im Kofmehl versuchen sich 110 Mädchen aus dem ganzen Kanton in neuen Hobbys. Das sind die beliebtesten Workshops bei der kantonalen Mädchenwoche.

Wenn das Konzertlokal Kofmehl bereits vor dem Einbruch der Nacht stark belebt ist, das Lachen und die Stimmen von zahlreichen Mädchen zu hören sind und männliche Gäste eher ungern gesehen werden, dann ist es wieder soweit: die alljährliche Mädchenwoche findet statt.

Zum 10. Mal organisiert die kantonale Kinder- und Jugendförderung in den Frühlingsferien ein abwechslungsreiches Programm für Mädchen aus dem ganzen Kanton Solothurn zwischen 12 und 18 Jahren. Sie können aus einem vielfältigen Angebot von über 20 Workshops auswählen.

Bühne frei für die Sängerinnen

«Zu den beliebtesten Workshops gehört neben der Digitalen Fotografie und dem Styling seit Jahren der Graffiti-Kurs», sagt Mädchenwoche-Projektleiterin Stefanie Wyss. Auch an diesem Dienstagmorgen sitzen in der Raumbar der Kulturfabrik dicht gedrängt elf Mädchen, die gebannt den Ausführungen der Kursleiterin Sabine Furrer lauschen. Die Grafikerin und Illustratorin erklärt ihnen, wie man die für das Graffiti typischen dreidimensionalen Buchstaben zeichnet. Die Mädels befolgen die Tipps und skizzieren erste Entwürfe. Dies mache zwar Spass, sagen sie, aber am meisten freuen sich alle auf den Nachmittag. Denn dann werden sie die Entwürfe in die Tat umsetzen und draussen gemeinsam einen Satz an die Wand sprayen. Furrer versteht die Aufregung: «Graffitis haben immer noch eine sehr grosse Anziehungskraft auf Jugendliche.

Währenddessen geht es nebenan in der Halle wesentlich lauter, wenn auch nicht minder konzentriert zu und her. Sechs Mädchen studieren unter der Leitung von Christine Hasler, erfahrene Musikerin von «Lia sells fish», Lieder ein. Wie es der Name des Workshops «Use your voice» schon sagt, sollen die Jugendlichen lernen, wie ihre Stimme funktioniert und wie sie sie gekonnt einsetzen können. «Zudem sollen die Mädchen nachher selbstbewusst auf die Bühne stehen können», fügt Hasler an. Ob sie dies gelernt haben, kann die Gruppe an der Abschlussparty der Mädchenwoche am Donnerstagabend unter Beweis stellen. Dort werden sie vor Publikum einige Songs vorsingen. Die Abschlussparty sei für viele das Highlight der Woche und werde sehnsüchtig erwartet, erzählt Projektleiterin Wyss. «Die Teilnehmerinnen einiger Workshops präsentieren das Gelernte und haben so während der Woche ein Ziel vor Augen, auf das sie hinarbeiten können», so Wyss.

Selbstwertgefühl stärken

Den allgemeinen Sinn und Zweck der Mädchenwoche umschreibt Wyss folgendermassen: «Die Mädchen sollen Neues kennenlernen, ihre Betätigungsfelder erweitern und dabei neue Kontakte knüpfen.» Dadurch sollen sie ihre Persönlichkeit weiter entwickeln und ihr Selbstwertgefühl soll gestärkt werden. Unter anderem wird dies auch im neuen Workshop Cheerleading, der dieses Jahr zum ersten Mal angeboten wird, gefördert. «Wir studieren mit den Mädchen einzelne Figuren und Tanzelemente ein, die in einer richtigen Cheerleader-Choreographie vorkommen», erklärt Leiterin Flavia Schranz. Zuerst seien die Mädchen noch etwas zaghaft gewesen, doch nun würden die Schrittabfolgen immer besser klappen. «Die Mischung aus Tanz, Akrobatik und Turnen beim Cheerleading gefällt mir gut», sagt die 12-jährige Leonie Zimmermann, die dieses Jahr das erste Mal an der Mädchenwoche teilnimmt.

Neben den Workshops können Leonie und die 109 weiteren Mädchen auch bei einem speziellen Abendprogramm mitwirken und so die Kulturfabrik auch zu ihrer gewohnten Zeit beleben.

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