Literaturtage

Die Literaturtage sollen trotz Corona im Mai stattfinden — «Wir arbeiten mal so weiter, wie geplant»

Für Reina Gehrig werden die kommenden Solothurner Literaturtage die letzten unter Ihrer Leitung sein.

Für Reina Gehrig werden die kommenden Solothurner Literaturtage die letzten unter Ihrer Leitung sein.

Trotz Corona-Virus planen die Solothurner Literaturtage ihre 42. Ausgabe, die vom 22. bis 24. Mai stattfinden soll.

«Wir arbeiten mal so weiter, wie geplant», sagt die Leiterin der Solothurner Literaturtage Reina Gehrig gestern Nachmittag am Telefon. «Wir hoffen, dass uns unser Festivaltermin, das Auffahrtswochenende vom 22. bis zum 24. Mai, zugutekommt und wir die Literaturtage wie ursprünglich geplant durchführen können.» Tatsächlich ist das siebenköpfige Team in seinen Büros in Solothurn am Arbeiten, wie andere Jahre auch.

Das Programm und die Namen der eingeladenen Autorinnen und Autoren wurden vor einigen Tagen bekanntgemacht. «Doch wie und ob wir starten, darüber werden wir Ende März mehr wissen», erläutert Reina Gehrig noch. Konkret muss bis dahin entschieden werden, ob ausländische Autorinnen und Autoren nach Solothurn reisen können und ob und wie Lesungen in den Sälen abgehalten werden können.

Erster Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis

Ungeachtet der Corona-Virus-Situation wurde für die letzte von Reina Gehrigs Literaturtage-Ausgabe ein abwechslungsreiches Literaturfestival mit einigen Neuerungen auf die Beine gestellt. Gehrig konnte ein paar Programmpunkte entwickeln, die ihr sehr wichtig sind. Es wird nämlich zum ersten Mal in Solothurn der neu ins Leben gerufene Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen.

Unter fünf nominierten Kinder- und Jugendbüchern hat eine Jury den Preisträger ausgewählt. Es ist vorgesehen, diesen Preis am Samstag, 23. Mai zu verleihen. «Die Kinderbuch-Autoren haben insbesondere in der Schweiz keinen leichten Stand, machen aber eine ganz wichtige Arbeit», sagt Gehrig dazu. Es sei nur richtig, diesem Genre innerhalb der Literaturtage mehr Beachtung zu verleihen.

Jungen Leserinnen und Leser werden zwar an den Literaturtagen schon seit einiger Zeit viel Beachtung geschenkt. So finden jeweils in den Tagen vor dem eigentlichen Literaturevent, nämlich ab Montag im Alten Spital Solothurn das JuKiLi statt. Schweizer Autorinnen und Autoren lesen und diskutieren mit Schülern aller Schulstufen über ihre Bücher und das Schreiben. Schon so mancher Autor hat sich hier als wahres Unterhaltungstalent geoutet. Zu diesen Lesungen werden die Schulen der Region eingeladen. «Wir sind eigentlich schon ausgebucht», sagt Gehrig dazu und freut sich.

Experimente mit Texten und mit Lesern

Neben den üblichen Lesungen und Begegnungen mit Autoren wollen die Literaturtage noch näher ans Publikum. Dazu wurde die neue Abteilung «Literatur+» ins Leben gerufen. Es gibt einerseits einen Resonanzraum. Hier wird einem Text, der im Vorfeld der Literaturtage vom Publikum ausgewählt wird, in verschiedenen künstlerischen Disziplinen nachgespürt. Seine Grenzen werden ausgelotet, er wird in Schwingung und in Bezug gesetzt, bespielt, weiterentwickelt und gemeinsam fortgeschrieben. So eröffnet der Resonanzraum neue Zugänge und bietet Raum für eine vielgestaltige Auseinandersetzung mit Literatur.

Derselbe Text ist Ausgangspunkt für Werke von Illustratoren des Bolo Klubs, die in einer Ausstellung im Künstlerhaus S11 zu sehen sein werden. Weiter wurde der Club+ ins Leben gerufen. Hier können sich Interessierte ebenfalls im Vorfeld melden und ein Buch zugeschickt bekommen, über welches dann im Rahmen der Literaturtage mit dem Autor diskutiert wird.

Weitere Programmschwerpunkte und Angaben über Autorinnen und Autoren sind unter www.literatur.ch zu finden. Ebenso Infos über die Durchführung.

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